iGNANT: Ex-Freiburger bloggt über schöne Dinge

Philipp Barth

Kunst, Design und Fotografie aus aller Welt – minimalistisch aufbereitet und mit Eigenproduktionen garniert: Das Blog iGNANT des gebürtigen Wittnauers Clemens Poloczek vereint verschiedene Disziplinen aber möchte nur eines: Was erscheint, muss überraschen - und Stil haben. 150.000 Leser monatlich lassen sich von iGNANT inspirieren.


"iGNANT versteht sich als interdisziplinäres, aus Fotografie, Kunst und Design schöpfendes Blog, das aus dem Überangebot der Zeichen im Internet seine eigene Sprache formt", so heißt es im Internet-Kunst-Sprech auf iGNANT. Clemens Poloczek übersetzt: „Ich sammle auf iGNANT, was ich an schönen Dingen im Internet sehe.“


Was vor ein paar Jahren als ein privates Hobby begann wurde schnell mehr, denn die Netzgemeinde teilte den Geschmack des 26-Jährigen. Aus seiner Wohnung in Berlin-Mitte bloggte und postete er immer zielgerichteter, bis er mit Kunst, Design und Fotografie die Welt von iGNANT definierte.

Mittlerweile sammelt er nicht nur, sonder produziert auch eigene Inhalte. Er interviewt regelmäßig Designer für die Rubrik „ARCADEMI“, wie aktuell einen finnischen Stuhldesiger. In „Behind the Blog“ stellt er Blogger und deren Schaffen vor oder er begleitet für „ignan.tv“ Künstler mit der Kamera. „Alles, was mich überrascht und inspiriert, stelle ich auf die Seite.“ Er trifft damit einen internationalen Geschmack - die Hälfte der 150.000 monatlichen Leser kommen nicht aus Deutschland.



Themen und Ideen findet Clemens über Facebook und andere Blogs – aber immer öfter kommen Künstler und Designer auch auf ihn zu. Denn mittlerweile hat er in der Bloggerszene einen gewissen Ruf, und selbst wenn er in Berlin auf Partys geht, heißt es schon mal: Hey, das ist doch der iGNANT! „Das ist dann komisch, denn eigentlich ist das ja das Blog und nicht ich.“

Doch ein wenig bekannt zu sein, stört ihn nicht wirklich, denn Clemens hat dadurch das geschafft, wovon viele Blogger träumen: Er kann von iGNANT leben, und zwar nicht durch die wenige Werbung. Das Blog ist zu seinem persönlichen Jobcenter geworden. „Ich mache viele Projekte, die sich alle um das Blog herum abspielen. Meistens kommt der Kontakt über das Blog selbst, da die Leute auch wollen, dass es auf iGNANT publiziert wird.“

Im März hat er die Band „Apparatjik“ um Coldplay-Bassist Guy Berryman und a-ha-Keyborder Magne Furuholmen für iGNANT gefilmt - bei einem Spaßauftritt in der Neuen Nationalgalerie in Berlin und gesponsert von der Automarke smart.



Als der gelernte Cutter noch bei einer Fernsehproduktion angestellt war, war der Freund seiner Schwester Vorbild. Dieser hatte mit einem Blog angefangen, das sich mittlerweile zur erfolgreichen Internetseite mymuesli.com weiter entwickelt hat. „Das hat mir gezeigt, dass ein eigenes Weblog sehr nützlich sein kann, wenn man sich selbstständig machen möchte. Und ich muss sagen, die Arbeit hat sich ausgezahlt.“
Vor einigen Wochen war er für eine Produktion mit dem Offenburger Street Artist Stefan Strumbel mal wieder in Freiburg, wo er zwei Jahre lang gelebt hat. Aus dieser Zeit kommt auch der Name des Blogs, denn als DJ iGNANT streifte Clemens durch das Freiburger Nachtleben und legte unter anderem im Waldsee, Crash und Kamikaze auf. Bis er dann 2007 in die Hauptstadt zog.

Zu seiner Heimat hat er bis heute ein besonderes Verhältnis. „Ich merke, was mir in Berlin fehlt, man hat nur Häuser und keine Berge", sagt Clemens. Mittlerweile könne er sich auch wieder vorstellen, bei Freiburg zu wohnen - irgendwo in der Natur, weiter draußen auf dem Land. „Aber bitte mit Wlan.“

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