Ich steh' dazu: Ich trage Schnurrbart

Bianca Fritz

Mal ganz ehrlich: Die meisten Männer, die sich einen Drei- bis Fünf-Tage-Bart wachsen lassen, sind doch einfach nur zu faul sich regelmäßig zu rasieren. Christian Recke (29) aus Freiburg allerdings nutzt sein Barthaar tatsächlich als modisch-variables Accessoire. Derzeit trägt er einen Hetfield...and Justice for All-Schnurres.



„Ich finde, der Bart ist für den Mann, was die Schminke für die Frau ist. Mit ihm kann ich mein Aussehen spielerisch variieren. Mal sehe ich seriös und älter, mal ungepflegt und verwegen, mal babyzart und jung aus. Zur Zeit trage ich eben diese Metallica-Version von Schnurrbart. Nur ein Oberlippenschnurrbart wäre für mich nicht in Frage gekommen – keinen Pornobalken bitte. Aber sonst habe ich schon so ziemlich alles ausprobiert, was man so machen kann. Klingonenbart, Kaiser Wilhelm, Dreitagebart… nur die ganz langen Bartfrisuren gehen leider nicht. So lang wächst mein Bart nicht. Aber ansonsten bin ich zufrieden mit meinem Bartwuchs. Besonders das Farbspiel ist toll: von hellblond über viel rot bis hin zu hellbraun.


Was hab ich mich gefreut, als ich 16 war und der Bartwuchs losging! Endlich konnte ich aussehen wie mein Papa. Als Teenager habe ich mich allerdings noch öfter nach den Mädels gerichtet, die den Bart nicht so toll fanden – weil er eben piekst beim Küssen. Ich hab mich sozusagen dem gesellschaftlichen Zwang gebeugt. Heute mach ich das nicht mehr – und ich kriege viel positives Feedback.

Die älteren Damen, denen ich als Postbote in Freiburg ihre Päckchen bringe, loben den Bart und auch Freunde von mir finden ihn toll – nicht alle natürlich. Die Reaktion von meinem besten Kumpel war: "Mach das weg!" Naja, wie gesagt, ich habe eh vor zu variieren, nach Lust und Laune. Spätestens zum nächsten Vorstellungsgespräch als Diplom-Forstwirt kommt der Bart wieder ab. Da muss ich dann schließlich aussehen wie auf dem Bewerbungsfoto: jung und dynamisch.“

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