Ich steh' dazu: Ich studiere Gender Studies

Monika Welker

Monika Welker, 29, kommt aus Freiburg und studiert Gender Studies. Gerade von Männern wird sie machmal fast entschuldigend gefragt, ob das stimmt, als wäre es eine Beleidigung, das anzunehmen.



Ein Fach für frustrierte Feministinnen, Kampflesben und andere, die was gegen Männer haben: Vorurteile über Gender Studies kenne ich einige. Allgemein denken viele, die das Fach nicht kennen, dass wir Frauen dort unseren Männerhass pflegen. Vor allem meine männlichen Bekannten sind erstmal vorsichtig, wenn sie hören, dass ich Gender Studies studiere. Ich wohne in einem katholischen Wohnheim und mich hat mal ein Mitbewohner fast entschuldigend gefragt, ob das stimmt, als wäre es eine Beleidigung, das anzunehmen.


Tatsächlich gibt es auch Männer, die mit mir studieren. Gender Studies beschäftigen sich nicht nur mit Forschung über Frauen. Dass auch Männer und ihre Rolle in der Gesellschaft ein Thema sind, sieht man an Ergebnissen der PISA-Studie 2001: Dort scheinen Jungen die „Verlierer“ in Sachen Bildung zu sein.

Ich studiere Gender Studies, weil ich mehr über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern wissen wollte und um den diffusen Eindruck zu überprüfen, dass Männer und Frauen nicht so gleichberechtigt sind wie allgemein angenommen. Was die Chancengleichheit betrifft, wurde ich schnell in meinem Eindruck bestätigt, da sich das Fach mit Ungleichheiten beschäftigt. Juristinnen etwa spezialisieren sich öfter auf Familienrecht als ihre Kollegen. Den Grund dafür findet man in den Gender Studies nicht in der „weiblichen Natur“, sich gern mit Familiendingen zu beschäftigen, sondern in strukturellen Voraussetzungen: Viele Frauen entscheiden sich für den Weg, auf dem sie die besseren Chancen haben.

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