Ich steh' dazu: Ich schaue Dschungelcamp!

Robert Heart

Elf mehr oder weniger prominente Kandidaten stecken ab Freitag im RTL Dschungelcamp in Australien. Die Ekelsendung ist ein Publikumsrenner - und ab Freitagabend wird auch der Freiburger DJ Robert Heart allabendlich vor dem Fernseher sitzen. Denn Niveau hin oder her: Er steht dazu, dass er Dschungelcamp schaut.



Ich bin jemand, der eher Fernsehen schaut, als dass er ein Buch zur Hand nimmt. Ich bin ein Freund der leichten Kost, schaue gerne “Deutschland sucht den Superstar”, “Der Bachelor”, “Schwer verliebt” - und eben das “Dschungelcamp”.


Leute, die so was niveaulos finden, sollten erst mal vor ihrer eigenen Tür kehren. Die können sich ja gerne hinsetzen und ein Buch lesen ... ist mir egal. Weil: meine Freizeitgestaltung ist allein mein Ding - egal, ob ich mich mit einer Männergruppe treffe, mich nackt ausziehe und ‘ne Whiskeyflasche kille oder in einen Lesezirkel gehe.

Im Dschungelcamp fallen alle Masken. Ich hab schon einige Leute kennen gelernt, die im Fernsehen super sympathisch rüberkommen, in echt aber totale Arschlöcher sind. Am Anfang versucht jeder noch, die Fassade aufrechtzuerhalten. Aber schon nach zwei Tagen vergessen sie die Kameras - und los geht’s! Ab dann wird’s geil.

Letztes Jahr hab ich im Tapa & Soehne an einer Dschungel-Verköstigung teilgenommen. Da wurden Raupen, Heuschrecken, Kroko-Fleisch und Schafshoden zubereitet. Das Zeug schmecken nicht schlecht, da sind viele Proteine drinnen. Heuschrecken, in heißem Öl frittiert, kross, nussig. Aber der Kopf schreckt halt ab. Ich freu’ mich jedenfalls schon auf den Moment, wenn meine Special-Freundin Georgina ein Känguruarschloch essen muss.

Manche Kandidaten werden schon nach ein paar Stunden übereinander herfallen: Fiona Erdmann und Patrick Nuo zum Beispiel, oder Fiona und Georgina. Die Georgina kenn ich ja: Das ist eine Bekannte meiner Ex, mit der hab ich 2010 in Heidelberg die Fußball-WM geschaut. Die ist in Original genau so ******, wie sie im Fernsehen rüberkommt. Und das ist dann schon wieder cool. Georgina treibt die Einschaltquoten nach oben. Der werden sie extra Kohle zahlen, nur damit sie in der Show bleibt. *** ********* ********.

Oder Brigitte Nielsen. Versoffen, durchgeknallt, die Ex von Flavor Flav - aber dann kam raus, dass sie’s eigentlich voll drauf hat. Die hat sich nicht ablenken lassen, hat ihr Ding durchgezogen, war absolut cool.

Zum Opening vom Dschungelcamp bin ich schon am Rumschreiben: Lass bei mir treffen, bringt ein paar Getränke mit, wir machen uns ein gemütliches Sit-in. Unter der Woche muss ich ganz normal arbeiten, da guck ich das alleine und kommentiere ein bisschen auf Facebook herum. Aber am Wochenende, bevor ich auflege, werden wir uns sicher um 21 Uhr bei mir treffen, zusammen seichte Unterhaltung gucken und uns den Arsch ablachen über die Leute, die da mitmachen, und die Sprüche, die sie raushauen.

Ich würde auch selbst ins Dschungelcamp gehen - bei der Kohle, die’s da gibt …Das ist ja alles komplett fingiert: Die Dschungelprüfungen sind ungefährlich, Dr. Bob ist kein richtiger Arzt, der Dschungel ist in Wirklichkeit ein Camp. Daniel Lopes, Ex-DSDS-Kandidat und ein guter Bekannter von mir, hat mir nach seiner Dschungelcamp-Teilnahme auf einer Party gesagt: Das größte Problem ist der psychische Druck.

Wenn ich im Dschungelcamp wäre, würde ich überall auf Konfrontation gehen - einfach, um das Spiel am Leben zu halten. Und weil ich halt so bin.

Mehr dazu:

[Aufgeschrieben von Manuel Lorenz; Bild 1: (c) RTL / Stefan Gregorowius; Bild 2: Privat]

[Wir haben den Artikel am 14. Januar noch einmal aktualisiert. Robert ist in einigen Aussagen missverstanden worden; deshalb haben wir sie auf seine Bitte hin unleserlich gemacht.]