Ich steh dazu: Ich pfeif' auf Mülltrennung!

Jan Klopfer

Mülltrennung ist doch Quatsch. Müll ist Müll. Müll halt. Dafür gibt's den Mülleimer. Den Alles-Müll-Eimer. Schön groß, da kommt alles rein.



Ob es an meiner schlechten Erziehung liegt? Sicher nicht. Als ich noch bei meinen Eltern war, habe ich noch brav den Müll getrennt. Eben das Übliche. Restmüll, Gelber Sack, Papier, Glas. Ja, sogar Aluminium war da noch extra. Der Müll wurde schön sortiert und an den richtigen Tagen vor die Tür gestellt, damit Müllabfuhr, Altpapiersammlung und so weiter etwas zu tun hatten.


Dann der Absturz. Weg von den Eltern und ab zum Studieren. In der Stockwerksküche treffen wir die Abmachung, brav zu bleiben. Wir trennen. Gelber Sack, Papier, Glas, Restmüll. Aber schon bald die Ernüchterung. Jemand hat die Überreste einer Paprika in den Papiermüll geworfen. Ob ich die da wieder rausholen soll? Sicher nicht. Ist ja nicht meine. Also, was soll’s.

So hatten wir bald nur noch Alles-Müll-Eimer. Und „zu Hause“ in meinem WG-Zimmer? Meiner Meinung nach hat sich das Trennen nicht gelohnt. Also auch wieder einen Mülleimer für alles. Mittlerweile wohne ich einige Stockwerke höher in einer Wohnung, aber den Müll trenne ich immer noch nicht, gelernt ist ja schließlich gelernt.

Jedes Mal, wenn ich den Müll zum Wohnheimcontainer bringe, bekomme ich die Bestätigung. Die Anderen, jedenfalls sieht es so aus, machen es genauso. Erleichterung. Ich mache es also richtig, jedenfalls nicht anders als die anderen. Und die müssen es ja wissen.

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