Ich steh' dazu: Ich mach' mir nichts aus Mode

Anna-Lena Zehendner

Laut statistischen Bundesamt geben alleinlebende Frauen im Durschnitt 588 Euro im Jahr für Mode aus; Alleinlebende Männer kaufen Kleidung im Wert von 336 Euro. Bei PH-Student Sebastian dürfte es deutlich weniger sein. Denn ihm ist Mode komplett egal. Und er steht dazu.



"Ich greife morgens immer blind in den Kleiderschrank. Was ich dabei erwische, wird angezogen. Das einzige, worauf ich ein bisschen achte ist, dass die Sachen bequem und funktional sind. Im Herbst 2007 bin ich nach Freiburg gezogen und habe seither erst zweimal Klamotten gekauft.


Das eine Mal einen Pulli, neue Unterwäsche und Socken. Es war ein Spontankauf, da ich an diesem Tag auf einem Bau gearbeitet hatte und anschließend gleich in die Stadt weiterziehen wollte, nur leider waren meine eigentlichen Klamotten voller Glaswolle. Das war 2008. Zuvor hatte ich mir bereits eine Jeans gekauft, die ich heute noch sehr gerne trage.

Ansonsten nehme ich die alten Klamotten von meinem Vater. Oder meine Mutter hat mal wieder bei einem Flohmarkt zugeschlagen. Sie achtet dabei immer auf Qualität und kauft Markenklamotten zum kleinen Preis. Daher habe ich durchaus Sachen von Lacoste oder Ralph Lauren in meinem Schrank. Allerdings sind die meisten meiner Kleidungsstücke aus den 1980ern. Aber damit liege ich doch eigentlich schon wieder fast im Trend?

Früher in der Schule wurde ich vor allem von den Mädels oft auf meinen außergewöhnlichen Kleidungsstil hingewiesen. Damals habe ich manchmal sogar Pullover von meiner Mutter angezogen. Ich wollte eben jeden Tag ein anderes Outfit tragen. Ich denke, ich wollte damit hauptsächlich provozieren. Und heute ist es eben mein Stil. Ich trage gerne körperbetonte und bunte Klamotten, auch wenn das eben manchmal nicht so passt."

[Sebastian, 23, PH-Student, Protokoll: Anna-Lena Zehendner]

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