Ich steh' dazu: Ich liebe Bodybuilding

Minh Duc Nguyen

Bodybuilder haben mit manchem Klischee zu kämpfen: Sie seien eitel, einfach gestrickt und Aufpluster-Pülverchen nicht abgeneigt. Dass man seinen Körper stählt und trotzdem mehr als nur Muskelmasse und Ernährung im Kopf haben kann, beweist Rainer S., promovierter Diplom-Psychologe.



"Ich liebe Bodybuilding. Ein Außenstehender wird vielleicht schwer nachvollziehen können, wie diese Quälerei Spaß machen kann. Die Befriedigung ergibt sich beim Bodybuilding aus den physiologischen und neurobiologischen Veränderungen und natürlich aus den Veränderungen des Äußeren. Außerdem macht es mir Spaß, Grenzen nach oben zu verschieben. Dazu muss man nicht allzu viel Aufwand betreiben: Ich trainiere vier Mal pro Woche, je 60 bis 75 Minuten.


Bodybuilding ist wie kaum eine andere Sportart mit Vorurteilen behaftet. Wahrscheinlich gilt: Cum grano salis – sie enthalten ein Fünkchen Wahrheit. Doping ist natürlich eines der prominentesten Vorurteile. Nicht ohne Grund, denn nicht nur auf der professionellen Ebene wird gedopt. Umgekehrt heißt das aber nicht, dass alle Bodybuilder dopen. Andere Vorurteile, etwa dass Bodybuilder nicht auf drei zählen können, sind natürlich Quatsch. Ich selbst begegne den Vorurteilen auch. Aber wenn der Gegenüber merkt, dass man nicht auf den Kopf gefallen ist, ändert sich die Einstellung.



Ich bin Bodybuilder und Psychologe. Diese Kombination ist sicher ungewöhnlich. Entsprechend verdutzt reagieren die Menschen. Manchmal ist das im Beruf ein Hindernis, weil sich für manche Menschen und Kollegen Muskeln und Hirn auszuschließen scheinen.

Oft hilft Humor, auch eine Prise Selbstironie. Damit kann man manch missliche Lage retten. Einmal wollte ein Fernsehteam ein Interview von mir. Es kannte mich nicht, hielt den Doktor aber für eine große Nummer, schließlich schien er seinen eigenen Bodyguard dabei zu haben. Als sie erfuhren, dass ich der Doktor bin, herrschte betretenes Schweigen. Ich klärte die Situation mit einem Augenzwinkern: Wegen der angespannten ökonomischen Situation sei ich gezwungen, beide Rollen einzunehmen: Psychologe und Bodyguard."

[Diplom-Psychologe Rainer S. Freiburg]

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