Ich steh' dazu: Ich kaufe noch CDs

Dennies Wiesch

Seit Anfang der 80er Jahre gibt es CDs, doch dem Speichermedium droht im Angesicht von Musikdownloads das gleiche Schicksal, wie der LP nach Einführung der CD. Dennis Wiesch kauft noch immer welche. Und steht dazu.



Ja, ich gebe für Musik tatsächlich noch Geld aus. Und zwar für schwarzes Vinyl und kleine runde Silberlinge – und nicht für digitale Files. Wenn man die Entwicklung so betrachtet, zähle ich mich zu einer aussterbenden Rasse. Ich bilde das Ende, werde irgendwann als Letzter das Licht ausmachen müssen.


Ein 18-Jähriger würde mir wohl den Vogel zeigen dafür, dass ich für Musik überhaupt Geld ausgebe. Und das tue ich sogar gerne! Für mich war es schon immer das Normalste auf der Welt, in einen Plattenladen zu gehen, mich durch Neuheiten zu hören und für Musik zu bezahlen. Und dafür bekomme ich wesentlich mehr geboten als für ein kaltes File, das in vielen Fällen auch noch gruselig klingt. Für mich können MP3s den Wert einer schön aufgemachten Box oder auch nur einer einfachen CD mit Cover und Booklet niemals ersetzen. Ich brauche Hintergrundinformationen und "was in der Hand".

Ein File geht auf meiner Festplatte nach wenigen Tagen eh total verloren, mir fehlt auch jegliche Assoziation dazu, da ich mich an den Song kaum erinnern und überhaupt keine Verbindung aufbauen kann. Eine CD dagegen hat einen Wiedererkennungswert und macht sie für mich dadurch unersetzlich. Natürlich kommt es auch mal vor, dass ich mir einen Song oder ein Album bei einem Download-Portal kaufe, da es auf CD nur schwer oder gar nicht mehr zu bekommen ist. Aber es ist einfach nicht das gleiche und wird es auch nie werden. Mir graut es schon vor dem Tag an dem die letzte CD das Presswerk verlassen wird.

[Dennis Wiesch, 32, Freiburg]

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