Ich steh' dazu: Ich kann nicht kochen

Kathrin Falk

Gemeinsam Kochen und Essen - eigentlich sollte das die Freundschaft und den Zusammenhalt stärken. Doch Kathrin Falk aus Freiburg schlägt mit ihrem Essen jeden in die Flucht. Dabei würde sie so gerne kochen können.



"Fisch pochieren, legieren oder tranchieren – jetzt muss ich also Fremdsprachen können, um zu kochen! Doch bevor ich mir das Wörterbuch neben das Kochbuch lege, zauber ich lieber etwas ganz Leichtes aus den vorderen Kapiteln. Aber da gehen die Schwierigkeiten weiter: Wie viel ist bitteschön eine Prise Salz? Statt Entspannung baut sich bei mir nur Frustration auf beim Kochen. Bei Spaghetti mit Tomatensoße sind versalzene Nudeln und eine zu scharfe Soße das Ergebnis meines schlechten Einschätzungsvermögens.


Wie soll das nur werden, wenn ich in einem Jahr nicht mehr zu Hause wohne und mit dem Kochen auf mich allein gestellt bin? Nur von Fertiggerichten und Fast Food zu leben ist nicht meine Vorstellung von Selbstständigkeit.

Wenn die Kochkunst in der Familie liegen sollte, wurde ich schwer benachteiligt: Meine Schwester erbte das Koch-Gen meiner Mutter und ich ging leer aus. Gelegentlich erkläre ich mich zwar bereit, meiner Mutter beim Kochen zu helfen, aber sobald da etwas von einer Prise steht, nuschelt meine Mutter: „Oje, lass das lieber mich machen.“ Wie soll ich mir denn da eine Grundlage aufbauen?

Selbst meine Freunde erleiden Lachkrämpfe, wenn ich vorschlage etwas zu kochen. Denn das Trauma meiner letzten Portion Spaghetti mit Tomatensoße sitzt noch tief: Ich muss wohl zu viel Wein in die Soße gekippt und diesen nicht lang genug gekocht haben – denn trotz Sprudelkonsum waren wir danach alle ziemlich beschwipst.

Mir kann bestimmt nur noch eines helfen: Ein Grundkochkurs mit Lehrern, die sich durch viel Geduld und geschicktes Erklären auszeichnen. Ansonsten wird mein Lieblingsitaliener dank mir noch den Umsatz seines Lebens machen."