Ich steh' dazu: Ich heiße Angela Merkel

Dana Hoffmann

Angela kommt aus Freiburg und ist Lehrerin. Und wenn sie sich am Telefon meldet oder mit ihrer EC-Karte bezahlt, reagieren die Leute seltsam. Denn Angelas Nachname ist: Merkel. Aber Angela steht zu ihrem bekannten Namen.



„Ich habe ein Autogramm von Angela Merkel. Meine Mutter hat mir das Anfang der neunziger Jahre besorgt, sie fand das irgendwie witzig. Heute bin ich 33, und es macht nicht mehr ganz so viel Spaß, so eine berühmte Namensvetterin zu haben. Ich werde ständig drauf angesprochen, zum Beispiel, wenn ich mit meiner EC-Karte bezahle. Manche Leute glauben auch, ich würde sie veräppeln, wenn ich mich als Angela Merkel am Telefon melde. Doch so richtig nerven tut es mich eigentlich nicht.


Manchmal sind die Sprüche sogar ganz witzig. Zum Beispiel habe ich schon gehört, ich hätte die bessere Frisur  – obwohl die Haarlänge ähnlich ist.  Sonst haben wir keine Gemeinsamkeiten. Aber ich verfolge fast automatisch, was sie so macht, das lässt sich ja fast nicht vermeiden, wenn man ständig den eigenen Namen in den Medien hört.  Ich war auch auf dem Rathausplatz, als sie Freiburg besucht hat. In meiner Schulzeit war ich nur die Angela. Viele meiner Schulfreunde haben später zu mir gesagt: ’Mensch, wir hatten ja eine Angela Merkel in der Klasse.’

Ich mag meinen Namen, aber es gab schon einige Momente, in denen ich ihn gerne geändert hätte. Ein Kollege hat mich nur noch als Frau Merkel angesprochen und gefragt, ob ich meine Abtrittsrede kopiere, als er mich im Lehrerzimmer getroffen hat. Diese Zeiten sind aber bald vorbei, weil ich heiraten werde. Ich weiß noch nicht, ob ich dann meinen Namen behalte. Der Nachname meines zukünftigen Ehemannes lautet: Busch.“

(aufgezeichnet von Dana Hofmann)

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