Ich steh' dazu: Ich habe Weihnachten abgeschafft

Ralf Fees

Morgen ist Heiligabend. Und dementsprechend hektisch ist der heutige Tag für viele Leute: Last-Minute-Geschenke-Shopping, Stress im rappelvollen Supermarkt oder in hoffnungslos überfüllten Zügen zur Familie. Ralf Fees aus Freiburg sieht den kommenden Tagen entspannt entgegen: Er hat Weihnachten für sich abgeschafft.



Ich habe Weihnachten für mich vor rund 20 Jahren abgeschafft. Ich habe keinen Tannenbaum oder andere Weihnachtsdeko zu Hause, ich gehe nicht in die Kirche, mache und erwarte keine Geschenke, und meine Familie besuche ich auch nicht extra.


Ich bin kein Christ, und deswegen gibt es für mich keinen religiösen Anlass, Weihnachten zu feiern. Davon abgesehen finde ich den Geschenke-Stress und den Konsumzwang, der mit Weihnachten zusammenhängt, unerträglich.

Meine Familie, Freunde und Partnerin haben sich an meinen Weihnachts-Boykott gewöhnt und akzeptieren ihn. Nur für meine mittlerweile erwachsene Tochter hätte ich eine Ausnahme gemacht, doch selbst das war nicht notwendig: Da ich sie größtenteils allein erzogen habe, besuchte sie in den Weihnachtsferien immer ihre Mutter. So kam ich nicht in die Verlegenheit, fürs Kind einen Brauchtum zelebrieren zu müssen, der mir nichts bedeutet, aber in der Gesellschaft stark verwurzelt ist.

Heute bedeutet Weihnachten für mich drei freie Tage ganz ohne Stress und Zwistigkeiten. Mein einziges Problem ist die Frage, mit welchen Lebensmitteln ich meinen Kühlschrank fülle, und welche Weine ich dazu kredenzen werde. Denn gut kochen werde ich an Weihnachten natürlich schon, aber das tu’ ich an vielen anderen Tagen im Jahr auch.

Ich habe meine Entscheidung, Weihnachten für mich abzuschaffen, noch nie bereut. Wenn in der Vorweihnachtszeit alle Leute über den Stress stöhnen und hektisch auf der Suche nach Geschenken durch die Stadt hetzen, muss ich immer in mich hinein grinsen. Ich genieße es wirklich, das alles nicht mitmachen zu müssen.

[Ralf Fees, 43, Körperschmuckkünstler]

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