Ich steh' dazu: Ich habe eine Sauklaue

David Harnasch

Die Handschrift ist vom Aussterben bedroht: heute schreibt man vorallem mit Hilfe einer Tastatur. David Harnasch findet ds nicht sonderlich schlimm. Denn er hat eine Sauklaue. Und steht dazu.



Würde ich diesen Text von Hand schreiben, würden mir auf halber Strecke die Finger schmerzen. Außerdem könnte ihn niemand außer mir lesen. Und selbst ich vermutlich nicht jedes Wort. Ich musste allein gestern zwei Telefonnummern neu raussuchen, da ich meine eigenen Notizen nicht lesen konnte.


Ich schreibe sehr viel und fast ausschließlich am Computer, wobei ich nicht weiß, ob das Ursache oder Wirkung meiner Hand„schrift“ ist. Stifte verwende ich nur, wenn es um Geld geht: Rechnungen unterschreibe ich mit dem Meisterstück-Füller, Kreditkartenbelege mit dem entsprechenden Kugelschreiber.

Schon zu Schulzeiten musste ich mangels Form mit Inhalten punkten: Dass mein Erdkundelehrer in der elften Klasse noch Heftführungsnoten vergab, wertete ich als persönlichen Affront. Da hatte ich schon kein Heft mehr, sondern ein kleines Olivetti-Notebook namens Quaderno, es hatte eine 20-MB-Festplatte, lief mit DOS und kostete so viel wie ein paar Basketballschuhe.



Meine mich hassende Deutschlehrerin verbot es mir mit der Begründung, es würde den Neid meiner Mitschüler erregen: Also der Leute mit wahlweise Air Jordans, Vespa-Oldtimern oder Barbourjacken.

Nur für Liebesbriefe quäle ich mich mit dem Füller. Die schreibe ich mit großen Abständen auf handgeschöpftes Büttenpapier im A-5-Format. Einseitig, denn sonst könnte ich das Linienpapier nicht sehen, außerdem muss ich so weniger neu schreiben, wenn ich wieder mal eine Seite wegwerfe.

Was auch nur wegen meines Geschmiers passiert, schließlich wird jede Silbe am Computer vorformuliert.

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