Ich steh' dazu: Ich hab' den Namen meiner Frau angenommen

fudder-Redaktion

Malte, 34, hat vor einem Monat Pia geheiratet. Und an diesem Tag nicht nur eine Ehefrau, sondern auch einen neuen Namen bekommen: Pias Nachnamen. Malte hat den Namen seiner Frau angenommen. Und steht dazu.



"Seit einem Monat habe ich einen neuen Nachnamen: Bei meiner Hochzeit habe ich den Nachnamen meiner Frau Pia angenommen. Ich heiße jetzt nicht mehr Malte Diedrich, sondern Malte Widenka.


Für Pia und mich war klar, dass wir keinen Doppelnamen wollten. Die klingen fast immer schlecht, sind in der Anwendung nervig, man wird gleich als Lehrer verdächtigt, und  mit Kindern geht die Suche wieder von vorne los.

Also mussten wir uns für einen Namen entscheiden. Deswegen haben wir erstmal eine Liste gemacht.

Für meinen Namen sprach, ich mehr Accounts bei diversen Dienstleistern habe, die ich dann ändern müsste, und es einfacher wäre, es den Familien beizubringen. Für Pias Namen sprach, dass es sonst niemanden mehr mit diesem Namen gibt, während mein Bruder unseren Nachnamen weitertragen kann, denn er ist ja noch nich verheiratet. Außerdem hat Pia als Ärztin schon ein paar Sachen unter ihrem Namen veröffentlicht. Und Malte Widenka klang auch irgendwie besser als Pia-Marie Diedrich.

Somit war klar, dass ich meinen Namen ändern würde. Wie und wann ich mich genau entschieden habe, daran kann ich mich schon nicht mehr erinnern. Aber an den Moment, als  ich Pia das mitgeteilt habe, schon: Es war keine große Sache, aber sie fand das natürlich gut.

Ich kenne ein paar Männer, die auch die Namen ihrer Frauen angenommen haben, aber es sind nicht viele. Ich finde es grundsätzlich gut, wenn man eine bewusste Entscheidung über den Namen nach der Hochzeit fällt: Das hat was mit der Ehe zu tun, da muss man ja öfter Kompromisse finden.

Das ich Pias Nachnamen angenommen habe, ist nicht unbedingt ein emanzipatorischer Akt, auch wenn meine Eltern das vielleicht so sehen.  Am Ende ist es halt auch nur ein Name, und den haben sie sich nicht selbst ausgesucht. Sie haben mir meinen Vornamen gegeben, und den behalte ich ja.

Das erste Unterschreiben als Malte Widenka war ganz ungewohnt. Mittlerweile geht es besser, aber am Telefon klappt es mit dem Melden noch nicht so richtig gut. Meine Kollegen erinnern mich immer gerne daran, am Telefon 'Herr Widenka' zu sagen. Als ich meinen Namen auf Facebook geändert habe, haben viele Freunde positiv reagiert.

Und eins war ganz lustig: unsere Flitterwochen auf Bali hatten wir vor der Entscheidung gebucht. Ich stand also überall als Mr. Diedrich, und so wurden wir auf Bali überall als Mr. and Mrs. Diedrich angesprochen. Und Pia fand das eigentlich gar nicht so schlecht."

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[Foto: Privat/Frank Jasper]