Ich steh' dazu: Ich hab den lässigsten Studentenjob in Freiburg

Anna-Lena Zehendner

Um sich ihr Studium zu finanzieren arbeiten viele der knapp 32000 Freiburger Studenen in der Gastronomie, an der Kasse im Supermarkt oder auf dem Bau. Alles sehr anstrengende, oft knochenharte Jobs. Jurastudent Olli hingegen hat nicht nur einen außergewöhnlichen, sondern zugleich einen sehr entspannten Nebenjob. Und steht dazu.



„Seit September 2008 arbeite ich als Bahnwärter bei der Schlossbergbahn. Das ist echt ein prima Studentenjob. Auf 400-Euro-Basis arbeite ich etwa sieben Mal im Monat. Meistens am Wochenende, von 10:15 Uhr bis 18 Uhr.


Auf den Job aufmerksam geworden ist meine Schwester. Sie hat die Anzeige in der Zypresse gelesen und mich dann ziemlich gestresst, dass ich doch unbedingt einen neuen Job bräuchte, da ich mir immer Geld von ihr geliehen habe. Ich habe mich also bei der Schlossbergbahn beworben und den Job bekommen.

Hauptsächlich bin ich für die Kundenbetreuung und den Fahrkartenverkauf zuständig. Gerade älteren Fahrgästen muss man häufig die komplizierte Technik erklären. Es ist schwer die Karte mit dem Strichcode auf Anhieb richtig reinzuschieben. An einem guten Wochenendtag haben wir immerhin an die 160 Fahrten.



Außerdem muss ich mich natürlich auch um die Technik kümmern. Morgens ist zum Beispiel immer ganz wichtig, dass man die Hydraulikaggregate der Bahn checkt und eine Probefahrt macht. Hierbei muss man vor allem darauf achten, dass nichts auf den Schienen liegt. Einmal hat sich ein alter Silvesterknaller in den Weg gestellt. Dann hieß es: Bahn stoppen, aussteigen und den Knaller beseitigen.

Während meiner Bahnwärterlaufbahn gab es jedoch erst ein Mal ein kleines technisches Problem. Die Bahn ist plötzlich stehen geblieben. Das war für die Fahrgäste aber völlig gefahrlos. Über die Notrufsprechanlage habe ich sie beruhigt und aufgefordert Ruhe zu bewahren. Mit der manuellen Rückholsteuerung waren letztlich alle Gäste in innerhalb von vier Minuten zurück an der Talstation. Ich habe also durchaus auch eine Verantwortung in meinem Job. Allerdings komme ich beim Arbeiten nie ins Schwitzen. Es sei denn, ich muss im Sommer bei 40 Grad die Station putzen.“