Ich steh dazu: Ich esse nur Rohkost

Ramona Weyde-Ferch

Ramona (32) beschäftigt sich viel mit Ernährung und mag es am liebsten ungekocht. Das heißt: sie erhitzt ihre Speisen nicht über 43 Grad Celsius. Das bringt auch mit sich, dass sie auf Familienfeiern ihr eigenes Essen mitbringt. Sie steht dazu.



Rohkost ist schon extrem. Alles kalt essen. Nur Möhren knabbern. Genau so stellte ich mir Rohkost vor, als ich das erste Mal davon hörte. Vor ein paar Jahren inspirierten mich zwei Freundinnen dazu, über Rohkost zu lesen und zu lernen. Rohkost ist das logische Ergebnis meiner Entwicklung. Mit 14 wurde ich Vegetarierin, 15 Jahre später ließ ich auch Milchprodukte weg und wurde Veganerin. Ich beschäftige mich viel mit Ernährung. Was ich über Rohkost fand, gefiel mir. Ich sammle immer mehr Informationen, probiere aus, experimentiere und beobachte die Reaktionen meines Körpers.


Rohkost heißt, dass man seine Speisen nicht über 43° erhitzt, weil sich dadurch die ursprüngliche Zusammensetzung verändert. Enzyme und Vitalstoffe werden zerstört und unbrauchbar, ja sogar schädlich für den Körper. Dies äußert sich in entzündlichen Prozessen bis hin zu Fehlfunktionen, Krebs, Diabetes und was wir sonst noch als Zivilisationskrankheiten kennen.

Am liebsten verzehre ich die Speisen so, wie die Natur sie geschaffen hat. Dabei ist mein Speiseplan keineswegs karg und langweilig. Früchte, Gemüse, Samen, Nüsse, grüne Blattgemüse und Wildkräuter liefern optimale Vitalstoffe und Enzyme, die meinem Körper gut tun.

Gern bereite ich auch Speisen zu. Mittlerweile gibt es die tollsten rohen Kreationen. Ganze Kochbücher mit Rezepten und Zubereitungen. Da hat man nicht das Gefühl, auf etwas verzichten zu müssen. Gerade bei der Umstellung ist das sehr nützlich. Oder wenn man auf Familienfeiern geht. Ich mache da kein großes Thema draus, versuche niemanden zu missionieren. Ich bringe eben mein eigenes Essen mit. Mir geht es gut damit. Wenn jemand Interesse daran hat, dann beantworte ich gern Fragen. Essen ist eine persönliche Entscheidung. Und so halte ich es auch mit meiner Familie. Auf unserem Tisch steht immer eine vegane Auswahl und jeder nimmt, was ihm zusagt. Ich versuche Vorbild zu sein, aber nicht zu belehren.



Tief in mir sitzen noch Muster aus meiner Kindheit. Hin und wieder habe ich Verlangen
nach gekochten Speisen. Besonders an Tagen, an denen es mir emotional nicht so gut geht. Daran merke ich, dass Essen viel mehr als Nahrungsaufnahme ist und man bei einer Ernährungsumstellung in viel tiefere Schichten kommt als nur die bloße Nahrungszufuhr. Gebe ich meinen Kochgelüsten nach, spüre ich meist recht schnell die
Abwehrreaktion meines Körpers. Ich verschleime, bekomme Halsschmerzen und schlechte Haut. Mit Rohkost geht es mir gut und ich freue mich, diesen Weg zu gehen.

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