Ich steh' dazu: Ich bin in einer Freikirche

Ines Ploskal

Es gibt Zeitgenossen, die rümpfen beim Begriff "Freikirche" die Nase. Samuel Maurer ist 31, studiert Sozialpädagogik und erklärt, warum er sich zum Glauben der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) bekennt.



Bereits als Teenager war ich kirchlich engagiert, zum Beispiel im Jugendkreis und bei Jugendgottesdiensten der evangelischen Landeskirche. In dieser Zeit hatte ich den ersten Kontakt mit Leuten aus Freikirchen und habe mir auch ihre Gottesdienste angeschaut. Sie waren moderner und dynamischer, mit viel mehr Musik, persönlichem Kontakt und Engagement als bei uns. Es gab dort nicht nur diesen „Frontalgottesdienst“, sondern man hat sich regelmäßig in kleineren Gruppen getroffen, etwas unternommen und über Fragen des Glaubens diskutiert und sich ausgetauscht.


Mit 20 war ich auf der Suche nach einer moderneren Kirchenform, die mir verschiedene Möglichkeiten bot, meinen Glauben zu leben und mich aktiv am kirchlichen Leben zu beteiligen. Ich habe mich dann für die Freie Evangelische Gemeinde (FEG) entschieden.

Mein Glaube ist für mich enorm wichtig. Nicht nur, dass ich täglich bete und mindestens einmal pro Woche Gottesdienste besuche, sondern ich versuche auch, nach den Prinzipien der Zehn Gebote zu leben.



Die Bibel ist für mich ein Leitfaden für Normen und Werte, die aber auch immer wieder neu überdacht und im gesellschaftlichen Kontext diskutiert werden müssen. Innerhalb unserer Gemeinde gibt es unterschiedliche Meinungen und Standpunkte, was diese Normen und Werte und die Lebensform des Einzelnen angeht.

Dazu zählen auch Themen wie „Kein Sex vor der Ehe“, Scheidungen und Homosexualität. Viele sehen das sehr streng. Ich bin da toleranter. Einige meiner Freunde sehen höchstens mal an Weihnachten eine Kirche von innen. Eine Einschränkung gibt es aber: Meine zukünftige Frau muss auf jeden Fall gläubig sein.

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