Ich steh' dazu: Ich bin ein notorischer Zuspätkommer

Anna Leiber

"Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" hat Michail Gorbatschow gesagt. Philipp kennt das. Der 22-jährige Jurastudent kommt dauernd zu spät - und Freunde und Verwandte sind regelmäßig sauer auf ihn. Er selbst empfindet Unpünktlichkeit als 'absolutes No-Go' - und hat das Problem trotzdem noch nicht in Griff bekommen. Und steht dazu.



„Die Unpünktlichkeit zieht sich schon durch mein ganzes Leben. Ich glaube, das wurde mir falsch vorgelebt. So war ich als Kind immer derjenige, dessen Mutter viel zu spät zum Hort kam, um mich abzuholen.


Pünktlich zu sein, empfand ich nie als sehr wichtig. Besonders meine Freunde sind oft richtig sauer auf mich – obwohl die meisten schon wissen, dass ich zu spät komme. Neulich musste ein Freund eine Stunde lang vor der Mensa auf mich warten. Als ich schließlich kam, war die Mensa schon zu.

n solchen Situationen habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen. Mein bisheriger „Rekord“ im Zuspätkommen waren vier Stunden. Als wir meine Großeltern besuchten, kamen wir anstatt wie geplant zum Abendessen erst gegen 24 Uhr, darüber waren sie nicht sehr erfreut.



Der Grund für meine Unpünktlichkeit ist ganz eindeutig: Ich trödele einfach ständig herum! Ganz egal ob Computer, Fernseher oder Telefon –  irgendetwas hält mich immer länger auf als geplant. Dann noch duschen und mich fertig machen, und schon bin ich locker über eine Stunde zu spät.

Bei wichtigen Terminen habe ich es aber bisher meistens doch rechtzeitig geschafft. Ich hoffe, dass das auch später im Berufsleben so sein wird. Unpünktlichkeit ist da ein absolutes No-Go. Bis dahin muss ich also mein Zeitmanagement noch in den Griff bekommen. Bis jetzt habe ich auf jeden Fall in meinem Leben zu viel Zeit verschwendet und am Ende immer zu wenig übrig. Pünktlichkeit ist wohl eine Tugend, die ich noch nicht so ganz verinnerlicht habe.“

[Philipp, 19, Jurastudent]

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