Ich steh' dazu: Ich bin Cyber

Jana Höppner

"Cyber Mieze" ist der Spitzname der 17-jährigen Tamara aus Freiburg. Die Schülerin ist "Cyber" und stylt sich für Partys und Foto-Shootings gerne auf. Was zu einem Cyber-Outfit gehört, und warum ihr die Szene wichtig ist:


„Schon seit einigen Jahren bin ich in sehr unterschiedlichen Szenen aktiv, zum Beispiel in der Visual-Kei- und auch in der Gothicszene.

Durch mein großes Interesse an Science-Fiction-Filmen und durch meinen Musikgeschmack fühle ich mich jetzt seit zwei Jahren in der Cyberszene zu Hause. Musikalisch habe ich mit Angelspit angefangen. Derzeit höre ich am liebsten X-rX und Eisenfunk.

Zuerst war ich eher heimlich Cyber, aber mittlerweile zeige ich es auch nach außen. Cyber-Outfits kombinieren Raver- und Gothic-Elemente und sind oft sehr bunt. Ergänzt werden die Outfits mit Kunsthaar, den sogenannten Loxx. Auch Gasmasken und Schweißerbrillen sind wichtige Accessoires. Die meisten Styles sind sehr gewagt, im Winter würde man damit  schnell frieren. Individualität ist mir wichtig,  deswegen nähe ich  meine eigenen Sachen und stelle meine eigenen Haarteile her. Wichtig an meinen Outfits sind mir auch meine Fluffys; das sind die Fellüberzieher für die Beine.

Das alles geht ins Geld. Mein teuerstes Outfit hat  etwa 500 Euro gekostet. Privat trage ich lieber schlichte Kleidung. Die Cyber-Outfits sind eher für Events oder Fotoshootings.

Trotzdem erkennt man mich immer als Cyber: An meiner Handtasche ist ein Button mit  dem Biohazard-Symbol. Andere Szenen mögen uns Cyber oft nicht, das finde ich sehr schade. Manchmal wird man auch als „Glühwürmchen“ oder „Kind“ beschimpft. Die meisten Cyber möchten mit ihrem Outfit darauf hinweisen, wie kaputt die Welt ist. Durch die Gasmasken und die Kunsthaare soll einem vor Auge geführt werden, wie es in der Zukunft aussehen könnte. Doch für mich ist die Cyberszene einfach nur meine Familie, in der ich mich wohl fühle.“

[Aufgezeichnet von Jana Höppner]

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  [Fotos: Privat]