Ich steh dazu: Ich bin Bayernfan

Tobias Ilg

Egal ob Krisen mit Trainerentlassungen oder Meisterschaftstitel: Seit knapp 14 Jahren leidet und jubelt Tobi (21) aus Freiburg mit dem FC Bayern München. Für ihn ist es unvorstellbar, einem anderen Verein die Daumen zu drücken. Das macht er auch am Samstag im Dreisamstadion.



Italienurlaub 1996: Mein Vater hatte den sehnlichen Wunsch, seinem Sohn endlich den Fußball nahe zu bringen. Wir waren auf einem der zahlreichen Märkte in einem kleinen Städtchen. Schnell fand er einen Stand, der auch Trikots deutscher Fußballvereine verkaufte. Er, glühender Frankfurt-Fan, konnte kein Eintrachtshirt finden und schwankte zwischen den einzig vorhandenen Bundesliga-Jerseys: eines der Bayern und eines des BVB. Gott sei Dank griff er zum rot-blau-gestreiften Shirt mit der Nummer 18 und dem Schriftzug Klinsmann. Dieser schoss den FC Bayern gerade zum UEFA-Pokal-Sieg. So war es um mich geschehen. Ab sofort nannte ich mich Bayern-Fan.




Das Besondere an diesem Verein sind und waren die Spieler. Damals Typen wie Klinsmann, Matthäus, Effenberg und Kahn, wahre Identifikationsfiguren, nicht nur für mich. Faszinierend auch die Historie des Clubs: Erfolge in den 70ern und 80ern national wie international, geprägt von der damaligen Achse Maier – Beckenbauer – Müller. Aber auch Namen wie Schwarzenbeck, Roth, Breitner und Rummenigge dürfen nicht vergessen werden, ebenso wenig wie Uli Hoeness, ohne den es den FC Bayern in dieser Form wahrscheinlich gar nicht geben würde.

Ich erinnere mich an viele tolle Spiele in der ganzen Zeit, die wir damals, egal ob auf dem Platz oder auf der PlayStation, nachgespielt haben. Doch zwei sind für mein Dasein als Bayern-Anhänger von besonderer Bedeutung. Die schmerzliche Niederlage in der Champions-League 1999 gegen Manchester United, welche allerdings dafür sorgte, dass ich mich noch verbundener mit diesem Verein fühlte; und der tolle Gewinn 2001 der Champions-League in Mailand gegen Valencia.

Schweißgebadet, zitternd und mit großer Nervosität harrte ich 120 Minuten plus Elfmeterschießen aus, um dann doch noch den großen Sieg zu feiern. Solche Ereignisse vergrößern die Vereinsliebe und gerade das ist doch das Schöne an diesem Sport, an dieser Leidenschaft.



Nun zähle ich schon die Stunden, um meinen Mannen um Lahm & Co bei der Begegnung gegen den SC Freiburg am Samstag wieder einmal die Daumen drücken zu können. Hoffentlich gelingt endlich der Befreiungsschlag, um den Abstand zur Spitzengruppe um Bayer Leverkusen zu verkleinern.

[Tobias Ilg, 21, Student aus Freiburg]

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