Ich steh' dazu: Ich bade zu Hause im Bällchenbad

Eva Hartmann

Wer zu groß ist, darf bei Ikea nicht mehr ins Bällchenbad. Was also tun, wenn man große Lust darauf hat in kleinen Bällen zu baden? Renke Brausse (28) hat sich kurzum ein eigenes Plastikbad ins Wohnzimmer gestellt.



Den Wunsch nach einem eigenen Bällchenbad habe ich das erste Mal als Vierjähriger verspürt. Und zwar als ich in einem großen Einkaufzentrum zwischen den Bällen tobte. Konkret wurde es aber erst  20 Jahre später: Ich stolperte über einen Blogeintrag,in dem jemand sein Bällchenbad vorstellte. Ich wurde neidisch und begann mit der Planung.


Peinlich ist mir mein Bällchenbad überhaupt nicht. Als Informatiker habe ich  das Glück, ohnehin als kauzig und irgendwie zurückgeblieben belächelt zu werden. Das gibt mir die schöne Narrenfreiheit, das Kind in mir ausgiebig hegen und pflegen zu können.



Lange habe ich gerätselt, wo ich die Bällchen hineinkippen sollte. Meine erste Idee war eine überdimensionierte Sandkiste aus Holz, was ich aber wegen meiner zwei linken Hände verworfen habe.  Durch Zufall bin ich dann über ein günstiges aufblasbares Schwimmbecken gestolpert – das stand schon zwei Tage später  in meinem Wohnzimmer in Freiburg. Die Bälle habe ich  aus dem Internet. 500 Stück kosteten rund 60 Euro; ich brauchte 4500.

Alleine nutze ich das Bällchenbad  selten, denn wirklich Spaß macht es erst, wenn man zusammen mit anderen Leuten darin Blödsinn  anstellt. Kinder und Menschen mit einem Hang  zur Informationstechnologie reagieren spontan begeistert auf mein Bällchenbad. Die meisten anderen eher irritiert bis abwertend. Aber häufig lassen sie sich von dem Vergnügen überzeugen, wenn sie es erst einmal ausprobiert haben.



[Vielen Dank für die Fotos an Diana von Oertzen und Marlene Greiwe!]

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