Ich liebe Tennis: Fünf Antworten von Michael Strich

David Weigend

Michael Strich (in gebückter Haltung abgebildet) gilt als das Enfant terrible in der Trias mit Peter Graf und Boris Beefeater Becker. Vor dem heutigen Match auf dem Kamikaze Court hatten wir die seltene Gelegenheit, Strich bei einer Flasche Gatorade zu interviewen.



Michael, ich habe Schwierigkeiten, mich an all die Höhepunkte deiner Tenniskarriere zu erinnern.

Mit neun Jahren stand ich bereits stramm in der Emmendinger Tennishalle. Natürlich spielte ich auch Tennis auf dem Gameboy. Inzwischen habe ich das Spiel verloren. Einmal habe ich in der Not Nudeln auf einem Tennisschläger abgeschüttet, weil mein Sieb nicht da war.

Wie und wo spielst du am liebsten in Freiburg?

Im Seepark. Der beste Soundtrack dafür ist „You can win if you want“ von Modern Talking. Ein echter Hit. Meist spiele ich in Hot Pants. Weil da die Tennisbälle nicht reinpassen, trage ich dazu eine Gürteltasche. Außerdem: Hohe Tennissocken, hohe Adidas-Basketball-Sportschuhe und ein Polohemd von Lacoste aus der Türkei. Stirnbänder sind mir ne Spur zu fancy, ich binde mir lieber ein richtiges Schweißtuch um. Tennis ist ja längst kein elitärer Sport mehr. Auch ich kann mir den leisten. Man kann Aufschlag üben von einem Balkon auf den nächsten.

Wer sind deine Court-Idole?

Steffi Graf, die war stets ohne Fehl und Tadel, bis auf ihren Vater und die Barillawerbung. Vom Stöhnen her war und ist Martina Navratilova mein Vorbild. Ich schalte einfach das Bild aus, wenn sie spielt. Agassi war auch ein dufter Typ. Mehr so der Bad Boy. Und die Boris-Becker-Seitwärts-Rolle hat sich in mein Gehirn eingefräst. Die hat er ja immer nur gemacht, wenn er auf dem Rasen gespielt hat. Ich werde auch versuchen, diese Rolle bei der Party aufleben zu lassen. Sobald ich in guter Stimmung bin und einige Gatorade intus habe.

Tennis und Erotik, ein Thema, das schon Oscar Wilde beschäftigte.

Oh ja. Ich schaue mir die Tennisröcke der Damen auch gern im Winter an. Deshalb ja diese Party. Da fällt mir eine nette Anekdote ein. Vor einigen Jahren hatte ich auf einem Teninger Court ein tolles Erlebnis. Es war im Sommer. Sie sagte: „Es ist so heiß. Würde es dich stören, wenn ich meinen Slip unterm Tennisrock ausziehe?“ Ich saß mit meinem Isostar auf der Bank und dachte nur: „Mein Gott, was ist das für ein attraktiver Sport.“

Was darf auf einer Tennisparty auf keinen Fall laufen?

Lady Gaga. Passt überhaupt nicht. Tokio Hotel. Habe ich mit Tennis noch nie in Verbindung gebracht. Ebensowenig die Wildecker Herzbuben. Langsame Musik, langsam auf dem Platz.

Mehr dazu:

Was: I love Tennis. Bad Taste goes Schwarzlicht, mit Peter Graf (Pornoladenerbe), Michael Shepperstich aka Michael Strich (Oliver Rath), Boris Beef Eater Becker, Fräulein Barilla Navratilova
Wann: Heute, Freitag, 22. Januar 2010, 23 Uhr
Wo: Klub Kamikaze
Eintritt: €5, mit Dress €4
[Foto: Oliver Rath]