"I’m not in love": In diesem Video rappt Ismael Hares alias Malik gegen die GroKo

Theresa Ogando

Der Freiburger Malik ist nicht nur Rapper, sondern auch SPD-Mitglied. Jetzt will er vor dem Votum SPD-Mitglieder, die gegen die Groko und den Koalitionsvertrag sind, mobilisieren. Und zwar mit dem Song "I’m not in love with the GroKo".

Was hat Dich dazu bewogen, den Song zu schreiben?

Es gilt, meine eigene Positionierung gegen die Groko auszudrücken. Ich als SPD-Mitglied will mit dem Clip vor der Abstimmung über den Koalitionsvertrag Groko-Gegner aus der SPD mobilisieren.


Was genau stört Dich denn an der Groko?

An der Groko stört mich ganz vehement die Wankelmütigkeit der SPD. Dieser Umgang, dass erst gesagt wird, man wird keine Groko machen und dann entschließt man sich doch dazu. Der Bundespräsident hat zwar darauf eingewirkt, aber nichtsdestotrotz stört mich das. Dann haben die Landesverbände Regeln für einen Koalitionsvertrag aufgesetzt, welche Punkte in dem Vertrag verwirklicht werden sollen, zum Beispiel in der Migrations- und Flüchtlingspolitik.

Diese Forderungen wurden ignoriert, die Spitze der SPD stellt das Ergebnis aber trotzdem als großen Wurf dar. Besonders die vereinbarten Punkte in den Themenbereichen Flucht, Integration und Interkulturalität tragen zu sehr die Handschrift der CDU, beziehungsweise der CSU. Der Zielkorridor von 180.000 bis 220.000 Flüchtlingen pro Jahr ist meiner Meinung nach nur ein anderer Ausdruck für eine Obergrenze.

Malik - I´m NOT in love with the GroKo (Official Video by Fionn Große)



Was wäre eine Alternative für Dich?

Für mich wäre eine Minderheitsregierung eine Alternative. Ich finde, Merkel sollte Kanzlerin bleiben. Wenn die SPD-Basis gegen den Koalitionsvertrag stimmt – was ich hoffe – rechne ich nicht mit Neuwahlen. Die CDU würde dann auch Stimmen verlieren, das wird Merkel nicht riskieren. Ich könnte mir vorstellen, dass es dann zu einer Minderheitsregierung mit FDP oder den Grünen kommt.

Wirst Du aus der SPD austreten, wenn der Koalitionsvertrag von der Basis bestätigt wird?

Wenn die Mehrheit der Genossinnen und Genossen für den Vertrag stimmt, dann ist das so. Ich werde dann der SPD und der Sozialdemokratie weiterhin verbunden bleiben. Ich hoffe auch, dass, wenn das der Fall sein sollte, die anderen die dagegen gestimmt haben, in der Partei bleiben. Wir brauchen solche Stimmen in der Diskussion.

Das Mitgliedervotum ist erstmal ein demokratischer Prozess. Der Koalitionsvertrag liegt offenkundig auf dem Tisch und jetzt heißt es für die Basis und die gesamte SPD zu diskutieren. Die Spitze der SPD plädiert für die Groko und wir als Basis versuchen auch etwas zur Debatte beizutragen, wie ich zum Beispiel mit dem Video.
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