Horizon: Was bringt der Besuch einer Bildungsmesse?

Anna-Lena Zehendner

Was kann ich werden? Welches Studium passt zu mir? Wie kann ich mich weiterbilden? Am Samstag und Sonntag konnten Schüler, Studenten und Auszubildende bei der Bildungsmesse Horizon diese und weitere Fragen loswerden. Ob die 42 Aussteller helfen konnten und wie die Messe sonst ankam, hat Anna-Lena angeschaut.



Stefan, 19 Jahre (Bild oben), ist gerade auf dem Messegelände angekommen und auf dem Weg zu Halle 1. „Ich möchte erfahren, was für Studiengänge ich nehmen kann. Gerne würde ich bei der Polizei ein BA Studium machen, aber ich schau‘ jetzt einfach, was es noch so Interessantes gibt“, sagt er.


Stefan plant voraus, denn seinen Schulabschluss macht er erst im nächsten Jahr.



Felix, Luisa und Ruben, alle 20 Jahre, haben bereits im vergangenen Jahr ihr Abitur gemacht. Auf der Horizon wollen sie sich nun bei den ausstellenden Hochschulen über einzelne Studiengänge informieren.

„Ich möchte mich gerne bei der Wirtschaftsuniversität Wien und bei der Uni Frankfurt erkundigen, was es dort für unterschiedliche Studienangebote gibt“, sagt Felix. Luisa interessiert sich hingegen für Medizintechnik. „Ich habe keine großen Erwartungen, sondern würde einfach gerne erfahren, welche Wege ich innerhalb eines Studiums gehen kann.“ Ruben möchte sich beim Stand der Uni Konstanz über den Studiengang mathematische Finanzökonomie informieren. „Vielleicht auch ein bisschen Berufsberatung, falls es in diese Richtung etwas gibt.“

Die gibt es. In Halle 1 reihen sich die verschiedenen Aussteller dicht aneinander. Darunter auch der Stand der Coaching- und Beratungsfirma  „Go – die Laufbahnlotsen“. „Wir bieten hier gezielt Coaching für junge Leute und beschäftigen uns daher mit den Themen: Was will ich werden? Wie komme ich dort hin? Und wie bewerbe ich mich richtig?“, erklärt Stefanie Orth, 32 Jahre, Mitbegründerin von den Laufbahnlotsen. „Die jungen Leute kommen zu uns, haben in der Regel keinen Plan und nachdem sie dann die Beratung gemacht haben, wissen sie meist ganz gut was sie wollen und wie sie dort hinkommen.“



Stefanie Orth und ihre Kollegin bieten auf der Messe außerdem einen kostenlosen Check der Bewerbungsunterlagen an. Doch kaum ein junger Besucher hat tatsächlich seine Bewerbungsmappe mit im Gepäck. Dabei ist es durchaus möglich diese bei den Ausstellern direkt abzugeben. „Unsere Erfahrung ist, dass hier tatsächlich diejenigen hinkommen, die gar nicht wissen, was sie überhaupt werden wollen. Sie haben oft noch so wenig Ahnung, dass sie  gar keine Bewerbung geschrieben haben“, sagt Stefanie Orth.

Beratung scheint daher von den jungen Besuchern gerne angenommen zu werden. Auch am Stand des Herder Verlages werden die ausliegenden Broschüren eifrig eingesteckt. Nadine Sicking, 26 Jahre, ist BA-Studentin an der Dualen Hochschule in Stuttgart. Sie ist keine Besucherin der Messe, sondern arbeitet am Stand ihres Arbeitgebers, dem Herder Verlag. „Wir versuchen den Studien- und Ausbildungsinteressierten konkrete Einblicke in die Medien- und Verlagsbranche zu geben. Außerdem wollen wir Infos darüber geben, welche Ausbildungen man bei Herder machen kann und welche Voraussetzungen nötig sind, um nach einem Studium in einen Beruf bei uns einzusteigen.“ Auch am Stand der Bundespolizei geht es vordergründig um den Informationsaustausch mit den jungen Interessenten. „Wir haben uns hier die Berufsinformation als Ziel gestellt und möchten daher gerne unser Aufgabenfeld, unsere Ausbildung und unsere Verwendung bei der Bundespolizei darstellen“, sagt Polizeikommissar Karl Kurz, 46 Jahre. „In Freiburg haben wir ein Bundespolizeirevier und hier können wir sowohl im Umland, aber auch direkt in der Stadt, aktuell Personal gebrauchen.“ Genügend Interessenten scheint es jedenfalls zu geben, denn der Stand ist gut besucht. Wieder vor der Halle, verlässt gerade Sabine, 21 Jahre, die Bildungsmesse. Ihre Ausbeute trägt sie, in Form von zahlreichen Broschüren, unter ihrem Arm. „Momentan mache ich eine Ausbildung zur Krankenschwester. Aber ich überlege mir, ob ich danach vielleicht noch studienmäßig etwas drauf setzen möchte. Mit Hilfe der Messe habe ich mehr Orientierung darüber bekommen, was ich überhaupt alles für Möglichkeiten habe. Mit den gewonnenen Ansatzpunkten, kann ich mich jetzt im Internet weiter informieren.“

Trotz Deutschlandspiel und tropischer Temperaturen waren die  Aussteller der Horizon mit der Besucherzahl der Messe zufrieden. Ob nun BA Studium bei der Polizei, Wirtschaftstudium in Wien oder Verlagsausbildung - auf der Horizon hatten junge Schüler, Studenten und Azubis die Möglichkeit, hilfreiche Informationen oder sogar erstmals eine berufliche Perspektive zu bekommen.