Holi Festival of Colors: Woher kommt das Farbpulver Gulal?

Bernhard Amelung

Rot, grün, blau und gelb: das bunte Farbpulver Gulal ist der schillernde Star jeder Holi-Party. Doch woraus besteht es? Ist es gesundheitlich unbedenklich? WIr haben nachgefragt.



Ob rot, grün, blau oder gelb: Im Mittelpunkt jeder Holi-Party steht das bunte Farbpulver Gulal. Doch der schillernde Star sorgt für Kontroversen. Im Blickpunkt der öffentlichen Diskussion stehen mögliche Gesundheitsrisiken, die von dem mehlartigen Material ausgehen können. Ärzte warnen vor Haut- und Augenreizungen sowie Atemwegsbeschwerden. Eine für Mai in Offenbach angesetzte Holi-Party wurde abgesagt, nachdem das Hessische Landeslabor potentiell krebserregende Stoffe, darunter das Oxalat Malachitgrün, in den Farben gefunden hatte.


Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb) rät Veranstaltern zu einer Explosionsschutzbetrachtung. „Diese lassen wir vom Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in Sankt Augustin bei Köln durchführen“, sagt der Veranstalter des Freiburger Holi-Festivals Gerrit Kossmann. „Unser Pulver beziehen wir von einem deutschen Hersteller. Es enthält keine chemischen Zusätze oder künstlichen Farben.“ Außerdem werde an alle Festivalbesucher ein Mundschutz verteilt, um die Staubbelastung der Atemwege und der Lunge zu verringern.

Deutschlandweit gibt es für Gulal nur fünf Hersteller und Vertreiber. Es sind die Firmen Hirams Trade GmbH und Holirausch mit Sitz in Berlin, die Pabo Vertriebs GmbH aus Viersen, die Münchner Holi Power GbR sowie Christian Stephan, Benjamin Langer und Hendrik Landwehr und ihr Unternehmen „Mach Dich Bunt“. Doch woraus besteht ihr Farbpulver? Marcel Bodewig, Geschäftsführer der Viersener Pabo Vertriebs GmbH sagt: „Grundlage unseres Pulvers ist ein Puder, das auch bei pharmazeutischen Produkten verwendet wird. Der Rest ist Betriebsgeheimnis.“

Warum diese Geheimniskrämerei? „Der Markt ist sehr klein. Alle wollen den höchstmöglichen Gewinn innerhalb kürzester Zeit erzielen“, sagt Hendrik Landwehr. Der 28-jährige Grafikdesigner aus Fürstenau bei Osnabrück stellt sein Farbpulver zusammen mit seinen Mitarbeitern selbst her. Grundlage ihres Produktes ist Reismehl, das sie aus Bruchreis mahlen lassen. Bruchreis ist der Ausschuss in der Lebensmittelindustrie, der nicht in den Verkauf geht.

Eingefärbt wird das Pulver, das als „Mikrokonfetti“ verkauft wird, mit Lebensmittelfarben. „Wir achten darauf, dass alles so natürlich wie möglich ist. Gulal bestand ursprünglich aus ayurvedischen Heilkräutern und war alles andere als gesundheitsschädlich.“ Der Hype um das bunte Pulver hat ihn und seine Mitarbeiter überrascht. Man komme mit der Produktion kaum nach, doch viel größer wolle man nicht werden: „Niemand weiß, ob das Pulver in zwei Jahren noch interessant ist.“

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[Foto: dpa]