Hören statt Lesen: Uhubande löst ihren ersten Fall

Kristina Bieda

Im Moment sind sie beliebt wie schon lange nicht mehr: Hörspiele. Anstatt zu lesen, wird lieber gelauscht. Auch die Studenten Martin Helfer und Uli Hillenbrand lieben Hörspiele, besonders Detektivgeschichten à la die "???". Deshalb haben sie nun eine eigene Detektivgeschichte als Hörspiel produziert.



Zum Namen


Wer/Was ist eigentlich die "Uhubande"?

Die „Uhubande” ist eine Gruppe jugendlicher Freizeitdetektive. Fünf Mitglieder gehören der Uhubande an, drei Jungen (Steven, Rob und Simon), ein Mädchen (Katie) und ein Dackel (Toby). Im Gegensatz zu anderen Hobbydetektiven wird die „Uhubande” nicht vom Erfolg verwöhnt, in unserem Hörspiel hat sie aber nun die Chance, ihren ersten Fall zu lösen.  

Warum der Name Uhubande?

Bei der Benennung der „Uhubande” haben wir ein einfaches Rezept befolgt: X + -bande. Die Uhubande hat nichts mit Klebstoff zu tun (etwa ‚Die Verbrecher bleiben an ihr kleben’ oder so). Die Uhubande trägt ihren Namen deshalb, weil ihre Mitglieder wie der Uhu in der Nacht auf (Verbrecher-) Jagd gehen wollen (dies aber nicht dürfen). Diese Analogie wäre bei einem eher harmlosen Tier als Erkennungszeichen schwerer geworden (z.B. die Schildkrötenbande).

 



Zur Entstehung des Hörspiels


Wie seid ihr auf die Idee mit dem Hörspiel gekommen?

Hörspiele haben wir bereits vor der „Uhubande” gemacht, allerdings waren diese weniger aufwendig und es handelte sich um ???-Fanhörspiele. Von dort aus war es kein großer Schritt, einmal eine eigene Geschichte zu erzählen, sich an keine Vorlage zu halten und alles in Eigenarbeit entstehen zu lassen. Ein Hörspiel bietet dafür eine ausgezeichnete Möglichkeit, weil man mit verhältnismäßig wenig Mitteln sehr viel machen kann. Gerade wenn man selbst gerne Hörspiele hört, ist es ein aufregendes Gefühl, sich selbst und Freunde in einer selbst erzählten Geschichte zu hören. Außerdem hält man damit auch die Zeit ein Stück fest, denn obgleich man als Sprecher ständig altert, bleiben die Stimmen im Hörspiel stets die gleichen. 

Wie seid ihr auf die Geschichte gekommen und wer hat sie geschrieben?

Die „Uhubande” steht thematisch den klassischen Hörspielserien nahe, die wir bereits aus unserer Kindheit kennen. Dazu zählen beispielsweise die „Fünf Freunde”. Mit der Uhubande wollten wir also einen klassischen Hobbydetektivfall präsentieren, der von unserer eigens erfundenen Detektivbande gelöst wird. Dabei enthält das Hörspiel auch Anspielungen auf die klassischen Vorbilder. Unser Hörspiel über die „Uhubande” will einerseits Unterhaltung und Spaß bieten, anderseits erzählen wir auch einen Fall, der am Ende durch Rückblenden gelöst wird. Wir laden also auch zum Miträtseln ein. Den Text für die „Uhubande” hat Uli Hillenbrand geschrieben.



Gab es einen (Zeit)Punkt, an dem ihr völlig verzweifelt wart und ihr lieber ans Aufhören gedacht habt?

An einen so dramatischen Zeitpunkt können wir uns nicht erinnern, wir könnten ihn höchstens erfinden (eine eigene Legende zu bilden, ist eigentlich gar keine üble Idee). Davon abgesehen gab es viele anstrengende Momente. Fehler der Sprecher bei der Aufnahme, Durchhänger im Skript und Probleme mit der Technik haben vielleicht das Tempo der Entstehung gebremst, weil wir möglichst alle Schwächen beseitigen wollten. Das Hörspiel als Ganzes war aber nie in Gefahr. Zum Abbruch des Projekts hätte ein kompletter Datenverlust in einer späten Phase der Entstehung führen können, dies blieb uns zum Glück erspart.

Welches ist eure Lieblingsszene?

Szene 3 wäre hierfür sicherlich ein Kandidat, weil sie einen schönen Eindruck vom ganzen Hörspiel vermittelt. Es tauchen relativ viele Sprecher auf, es gibt mehrere Ortswechsel und daher auch sehr viele Hintergrundgeräusche. Darüber hinaus enthält die Szene auch wichtige Hinweise, einen äußerst spannenden Moment und hoffentlich viel Komik.

Was hat am meisten Spaß gemacht? Was am wenigsten?

Am meisten Spaß haben sicherlich die gemeinsamen Aufnahmen gemacht. Das lag zum einen an der lustigen, ausgelassenen Atmosphäre und daran, dass man gerade bei einer Aufnahme mit vielen Sprechern eine Ahnung davon bekommt, welche Gestalt das Hörspiel später annimmt.

Am wenigsten Spaß machen die Dinge, die einem Hörer vor allem dann auffallen, wenn man sie vernachlässigt. Damit meinen wir besonders den Schnitt des Hörspiels und die Angleichung der Lautstärke, die mithilfe eines Computerprogramms mühevoll bearbeitet werden müssen.



Wie viele Leute haben an dem Projekt mitgearbeitet und wie lange haben die Aufnahmen gedauert?

An den Aufnahmen für die „Uhubande“ waren insgesamt 21 Sprecher beteiligt, wobei die Redeanteile natürlich unterschiedlich ausfallen. Wir wollten, wenn möglich, jede Rolle individuell besetzen und nicht vier Sprecher, die fünfmal ihrer Stimme verstellen. Darüber hinaus haben uns bei der Gestaltung von Cover und Logo unsere Mütter geholfen. Die Aufnahmen fanden zwischen April und Juli 2007 statt, einzelne Nachaufnahmen auch noch im Herbst 2007. Die Aufnahmen selbst nehmen jedoch insgesamt nur einen kleinen Teil der Arbeit ein, am meisten Zeit benötigt man für den Schnitt, Angleichung der Lautstärke, Hintergrundgeräusche und Musik. 

Warum bietet ihr das Hörspiel kostenlos zum Download an, anstatt es zu verkaufen?

Natürlich würden wir gerne Hörspielmillionäre werden mit großen Schlagzeilen („Uhu-Sause: So gaben sie ihre erste Million aus“). Durch einen kommerziellen Vertrieb würden wir jedoch wohl mehr verlieren als gewinnen. Die Uhubande ist keine professionelle Rundfunkproduktion. Geld zu verlangen würde wahrscheinlich bedeuten, viele potenzielle Hörer abzuschrecken. Gerade weil wir von unserem Hörspiel überzeugt sind, wollen wir es möglichst vielen zugänglich machen, und zwar so unkompliziert wie möglich.



Blick in die Zukunft


Wird es zukünftig noch mehr von der Uhubande zu hören geben?

Sicherlich wird es eine Fortsetzung geben. Wir haben auch schon an eine kleine Verfilmung gedacht, da sich der erste Fall der „Uhubande” mit unseren Möglichkeiten noch ganz gut umsetzen ließe. Allerdings erfordert ein solches Projekt wie auch das vorliegende Hörspiel unglaublich viel Zeit und muss in unserem Fall immer mit dem Studium in Einklang gebracht werden. Neben einer Fortsetzung der „Uhubande” würden wir gerne außerdem gerne in Zukunft noch zwei weitere Themen als Hörspiel(-parodien) umsetzen: zum einen das Genre der Reiterhofhörspiele und Science-Fiction-Hörspiele.

Mehr dazu:

Die Uhubande: Website