Höhere Bierpreise auch in Freiburg?

Johanna Schoener

Nach Milchprodukten und Brot soll nun auch das Bier teurer werden. Wie sieht’s in Freiburg aus? Müssen sich auch die hiesigen Biertrinker auf höhere Preise einstellen? Johanna hat bei den regionalen Brauereien nachgefragt.

 



Schuld an den geplanten Bierpreiserhöhungen sind die gestiegene Nachfrage nach Rohstoffen in Asien, Lateinamerika und Afrika sowie Missernten, die die Preise für Braugut hochschnellen lassen. Allein der Preis fürs Braumalz ist laut Deutschem Brauer Bund e.V.  in den letzten 12 Monaten um 84 Prozent gestiegen. Dazu kommen höhere Hopfen-, Strom- und Glaspreise. Für die nächsten fünf Jahre prognostizieren die deutschen Brauer Bierpreissteigerungen bis zu 40 Prozent.


Hier die Reaktionen der regionalen Brauereien:

Maximilian Erlmeier, Geschäftsführer Brauerei Ganter:

„Wir können die gestiegenen Kosten im Rohstoffbereich wahrscheinlich nicht mehr lange auffangen und werden wohl um eine Preiserhöhung nicht drum herumkommen. Wir werden versuchen, noch übers Jahresende zu kommen und dann zum nächsten Frühjahr die Preise erhöhen. Über eine genaue Größenordnung haben wir noch nicht nachgedacht. Die Spannbreite, in der sich die Preiserhöhung bewegt, dürfte aber zwischen 50 Cent und 1 Euro pro Kasten liegen.“

Wolfgang Feierling-Rombach, Geschäftsführer Hausbrauerei Feierling:

„Die Rohstoffpreisentwicklung ist schon enorm, zum Teil haben sich die Einkaufspreise verdoppelt. Auch die Energiekosten sind gestiegen. Wir haben allerdings bisher noch keine Rechnung von der neuen Ernte. Die müssen wir abwarten. Wenn sich tatsächlich die Malzpreise fast verdoppelt haben, dann müssen wir darauf reagieren und die Bierpreise würden steigen. Um wieviel und wann, das wissen wir aber noch nicht.“

Roland Sorgenfrei, GeschäftsführerMartin’s Bräu:

„Bei Martin’s Bräu sind für dieses Jahr bisher noch keine Preissteigerungen vorgesehen. Längerfristig allerdings schon. Wir müssen die genaueren Einkaufspreise für Rohstoffe abwarten. Das ist beim Bier das Gleiche wie mit den Milchprodukten. Erstmal sehen, wie sich der Markt wirklich entwickelt. Manchmal wird viel geredet.“

Dieter Schmid, Geschäftsführer Brauerei Waldhaus:

„Wir werden durch die gestiegenen Preise beim Strom, im Rohstoffbereich und beim Glas nicht drum herumkommen, die Preise zu erhöhen. Allein die Kosten für das Braumalz sind innerhalb der letzten 12 Monate um 84 Prozent gestiegen. Man spricht von einer Preissteigerung zwischen 1 Euro und 1,50 Euro pro Kasten für den Endkunden. Wir von Waldhaus sind eh schon Preisführer, deswegen ist es nicht so einfach, da noch mal eins draufzusetzen. Aber da wir ein Qualitätsbier machen, werden wir den Weg wahrscheinlich schon gehen im nächsten Jahr.“

Bei der Badischen Staatsbrauerei Rothaus lässt Alleinvorstand Thomas Schäuble über seine Vorstandssekretärin ausrichten, dass sie keine Preiserhöhungen planen. Die 40 Prozent, die der Brauer Bund ankündige, halte er nicht für realistisch.