"Hitlerhuren"-Verfahren gegen Ismael Hares (SPD) aka Rapper Malik eingestellt

Daniel Laufer

Bei Facebook hatte der SPD-Kommunalpolitiker die Betreiber einer NPD-nahen Facebook-Seite als "Hitlerhuren" beschimpft. Darauf wurde er angezeigt. Beide Seiten hätten diese Auseinandersetzung geführt, sagt jetzt die Staatsanwaltschaft:



Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen Ismael Hares wegen Geringfügigkeit eingestellt. Auf seinem Facebook-Profil hatte der SPD-Kommunalpolitiker im August Namen und Fotos von fünf Männern veröffentlicht, die er mit der NPD in Verbindung bringt.


Darunter war auch der Vorsitzende des Kreisverbands Breisgau, Jan Zimmermann. Die Betreiber einer NPD-nahen Facebook-Seite bezeichnete Hares in diesem Zusammenhang als "Hitlerhuren". Das brachte ihm die Anzeige wegen Beleidigung ein.

Beide Seiten haben die Auseinandersetzung geführt

"Der Beschuldigte hat sich entschuldigt, außerdem wurde die Auseinandersetzung von beiden Seiten geführt", so Ralf Langenbach, ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Freiburg. Tatsächlich hatte die von Zimmermann betriebene Facebook-Seite zuvor ein Foto von Hares geteilt, auf dem dieser ein Schild mit der Aufschrift "Kein Mensch ist illegal" hochhält.

Der afghanisch-stämmige Hares erinnert sich an den Begleittext: "SPD-Migrant Ismael Hares hat von deutscher Politik offenkundig keine Ahnung - sonst wüsste er, dass durchaus Menschen in Deutschland illegal sein können."

Der Freiburger ist auch unter seinem Rapper-Pseudonym Malik bekannt. Auf seiner eigenen Facebook-Seite veröffentlichte er an diesem Donnerstag das Schreiben der Staatsanwaltschaft. "Ein Stück weit empfinde ich Genugtuung, dass die Gerichtsbarkeit die Spielchen der NPD durchschaut und gemerkt hat, was die damit bezwecken will", sagt Hares.

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[Foto: Frederik Greve/Kein Mensch ist illegal]