MTB-Parcours

Hexenwald-Trailpark für Mountainbiker eröffnet in Kirchzarten

Gerhard Lück

Mountainbiker im Dreisamtal dürften glücklich sein: Der Hexenwald-Trailpark in Kirchzarten wird am 29. Mai offiziell eingeweiht. Nach den behördlichen Hürden können nun die sportlichen in Angriff genommen werden.


Endlich.
Vor vier Jahren begann mit einem Bürgerentscheid gegen eine "Bike-Arena" am Giersberg ein langes Ringen um geeignete Trainingsmöglichkeiten für den Mountainbike-Nachwuchs. Ein Runder Tisch arbeitete an der Befriedung. Eine vom Gemeinderat erlassene Erholungswaldsatzung legt nun genau die Bereiche fest, in denen Mountainbikesport möglich ist und wo Fußgänger ihre Zonen haben.


Ein meditativer Lebensweg hinauf auf den Giersberg entstand, neue Ruhebänke bieten Erholung, und Schilder erklären, an welchen Bäumen vorbei flaniert wird. Über den neuen Hexenwald-Trailpark freuen sich auch rund 180 Kinder und Jugendliche, die im Sommer in der Bikeschule des Sportvereins Kirchzarten aktiv sind, sowie die aktiven Nachwuchsfahrer des aus dem SV Kirchzarten hervorgegangenen Lexware-Rennteams, das mittlerweile im Junioren- und U-23-Bereich in der Weltspitze mitfährt.

Trainingsgelände der Extraklasse

Was seit September 2016 im Hexenwäldle und am Hochberg, einem Waldbereich südlich vom Giersberg, entstanden ist, kann als Mountainbike-Trainingsgelände der Extraklasse beschrieben werden. Nach langen und intensiven Beratungen nahmen die Planungen von Experten sowohl aus dem Mountainbikesport als auch aus Verwaltung und seitens des Umweltschutzes alle behördlichen Hürden.

Im Hexenwäldele stehen jetzt zwei Downhill- und eine Uphill-Strecke sowie verschiedene Verbindungsstrecken in einer Länge von 2300 Metern zur Verfügung. Besonders für die SV-Bike-Schule dürften die drei Technikfelder mit insgesamt 4250 Quadratmetern interessant sein, bieten sie doch für drei unterschiedliche jugendliche Altersklassen angemessene Schwierigkeitsgrade.

Pumptrack auf 220 Quadratmetern

Eine Attraktion wird sicher der auf 220 Quadratmetern angelegte Pumptrack. Das ist eine spezielle Mountainbikestrecke mit dem Ziel, ohne zu treten, also nur durch Hochdrücken ("Pumpen") des Körpers aus der Tiefe, am Rad Geschwindigkeit aufzubauen. Er ist mit Wellen und weiteren Elementen wie Steilwandkurven und Sprüngen versehen.

Eine überaus anspruchsvolle Trainingsstrecke für Cross Country entstand am Hochberg. Auf knapp zwei Kilometern Länge bietet der Parcours auf einer äußerst kleinen Fläche im Wald optimale Trainingsbedingungen. Hier sei Mountainbike pur zu erleben, sagen die Planer von Skyder-Sportpromotion aus dem schwäbischen Straßberg: "Ideale Bedingungen für Kraft-Ausdauer-Einheiten, mit viel Flow und jeder Menge Single-Trial-Spaß." Brücken schaffen die Verbindung zum Hexenwäldle und queren Einschnitte im Hochberg-Gelände. Steilkurven, mit Holz ausgelegt, bringen einen besonderen Kick.

Umweltverträglicher Streckenbau

Ein aus Sportverein, Verwaltung, Umweltbeauftragtem und Baufirma gebildetes Projektteam begleitete während der Bauphase ständig die Bauarbeiten. In einem eigenen Pflichtenheft der Umweltbaubegleitung waren alle Fakten aufgeführt, die für einen umweltverträglichen Streckenbau erforderlich sind. Da wurde beispielsweise auf natürliche Baumaterialien und den Schutz des Baumwurzelsystems hingewiesen, Pflastersteine und eine wasserundurchlässige Bodenversiegelung als unzulässig erklärt. Auch Hochwasserschutz und Forst spielten bei den Planungen eine Rolle.



Für das Gesamtprojekt stellt die Gemeinde Kirchzarten rund 150.000 Euro zur Verfügung – sie ist Eigentümerin der Strecke. Der Sportverein als Betreiber hofft auf einen Zuschuss in Höhe von rund 30 Prozent durch den Badischen Sportbund. Weitere zehn Prozent hat der SVK durch eigene Arbeitsleistungen sowie durch das Sponsoring etwa von Baumaschinen beigesteuert.

Verhaltensregeln stehen am Eingang des Trailparks

Nach dem Motto "Gut Ding braucht Weile" ist ein Trainingsgelände entstanden, das nach Rücksprache mit dem SV Kirchzarten auch von kommerziellen Anbietern genutzt werden kann. Wie sie und alle anderen sich im Hexenwald-Trailpark zu verhalten haben, steht auf einer großen Infotafel am Eingang der Anlage.

Die Beschilderung der Strecken im Hexenwäldele und am Hochberg hat der Kirchzartener Cartoonist und Sportler Thomas Zipfel entwickelt. Er gab verschiedenen Streckenabschnitten besondere Namen, die den Sportler erahnen lassen, was ihn erwartet: Da gibt’s Hexenstieg, Hexenkessel und Hexenschuss, den Kamelbuckel, Hochbergbrugg und Doppelbrugg sowie die Durststrecke, den Wasserfall und Rockgarden – Bezeichnungen, die einiges erwarten lassen.
Termin

Die Einweihung findet am Montag, 29. Mai, um 18 Uhr statt. Bereits ab 16 Uhr gibt es Führungen. An Fronleichnam, 15. Juni, können Teilnehmer des Ultra-Bike im Trailpark an einem Techniktraining teilnehmen. Weitere Informationen und Kontakt im Internet unter http://www.hexenwald-trailpark.de