Heute: Yuka im White Rabbit

Bernhard Amelung

Steinharten, kühlen Techno und loopverliebten Micro-House gibt es heute Abend im White Rabbit. Dort nämlich spielt die gebürtige Sibirierin Yuka ein DJ-Set. Wer das ist, wie ihre Musik klingt, erfahrt ihr im folgenden Kurzportrait.



London und Berlin sind schon lange nicht mehr die allein tonangebenden Städte für Clubkultur und elektronische Musik. Klassischer House und schnörkelloser Techno kann heute gerade so gut auch aus dem thüringischen Weimar ("Giegling"), aus den sibirischen Weiten ("Unbalance") oder einer Megapolis wie Moskau kommen.


Russische Produzenten wie Anton Zap, Alex Danilov oder Unbroken Dub werden weltweit in Kennerkreisen für ihren stoisch ruhigen, dennoch unerbittlich treibenden Sound gefeiert. Nina Kraviz, die 2009 noch schüchtern Erfahrungen an den Decks westeuropäischer Clubs gesammelt hat, schlägt heute erfolgreich Brücken vom Untergrund zum Mainstream und gehört in das Line-up eines jeden guten Festivals für elektronische Musik. Und dann wäre da eine kaum zu überblickende Techno-Szene, die Jahr für Jahr musikalische Akzente setzt und Glanzlichter hervorbringt, die als Produzenten und Disc Jockeys ein großes Statement abgeben.

Eine davon ist Irina Solobutova alias Yuka, die an diesem Freitag im White Rabbit ein DJ-Set spielen wird. Yuka gehört zur Stammelf des Labels Fullpanda, welches das russische Ex-Model Dasha Rush 2006 gestartet hat. Seit 2008 veröffentlicht die gebürtige Sibirierin und Absolventin der Kunstakademie in Irkutsk dort ihre Musik. Tragendes Gerüst ihrer Stücke: die Härte und Kälte eines Luke Slater, die industrielle Rohheit eines David Sumner ("Sandwell District", "Function") sowie ambiente Klangstrukturen, wie sie der Kölner Wolfgang Voigt ("Gas") einem Weltpublikum zugänglich gemacht hat.

Yukas knapper, reduzierte Groove setzt zunächst ausschließlich im Kopf an. Er braucht seine Zeit, um auf den Körper zu wirken. So erzeugt Yukas Musik ein Gefühl von Weite. Weiteres markantes Merkmal: Die Stücke verströmen mehr als nur einen Hauch von Melancholie. Sie feiern die Dunkelheit, in der man sich verlieren kann, und werden somit zur Metapher für Yukas sibirische Geburtsstadt Bratsk.

Was Yukas Künste am Mischpult betreffen, sei Chris Hobson, der Gründer des einflussreichen Blogs mnml ssgs, an dieser Stelle zitiert: "Yuka can definitely spin." Unterstützung an den Decks des White Rabbit bekommt Yuka von Chrizz Stoff und Roter Raum-Resident DJ Legotechnik.

Yuka - Smoke Machine Podcast 083

Quelle: Soundcloud



Mehr dazu:

Was: Elektronische Tanzmusik w/ Yuka (Fullpanda, Moskau), Chrizz Stoff und Legotechnik.
Wann: Freitag, 31. Mai 2013, 22 Uhr.
Wo: White Rabbit.