Heute im Café Atlantik: Prinzhorn Dance School

Matthias Cromm

Ausgehtipp für heute Abend: Prinzhorn Dance School im Café Atlantik. Das Duo aus Südengland reduzieren den Post-Punk und New Wave der 80er Jahre auf das Minimalste. Eine kurze, aber enthusiastische Empfehlung mit Hörbeispiel:



Prinzhorn Dance School, das sind Tobin Prinz (Stimme, Gitarre, Drums) und Suzi Horn (Stimme, Bass, Drums). Benannt haben sie ihre Band nach dem deutschen Psychiater und Kunsthistoriker Dr. Hans Prinzhorn, der Anfang des 20. Jahrhunderts eine Sammlung mit Kunstwerken Geisteskranker aufgebaut hatte.


Gemeinsam skelettieren sie den Post-Punk und New Wave der 80er Jahre, bis nur noch ein dominanter Bass, sparsam-nervöses Gitarrenflimmern und minimale Schlagzeugbeats übrig bleiben; drüber legen sie Call-and-Response-Gesang. Das Resultat: No-Wave-Funkyness à la The Fall oder Gang of Four, die durch eine schon fast bluesartige Melodie-Minimalität à la Buzzcocks angeschoben wird.

Es öffnen sich kantige Räume mit Wänden aus tanzbarer Tristesse, hier und da wirft die Gitarre eine Melodie in die Leere, während simpel-effektive Beats fast schon Discofeeling verbreiten. Das alles erinnert zu recht an LCD Soundsystem, denn aus deren Produzentenstübchen stammt die aktuelle Platte 'Clay Class', die folgerichtig bei DFA erschienen ist.

Trotzdem sind Prinzhorn Dance School viel unaggressiver, weniger radikal, britischer eben. Ein heisser Tip für Indie-Kids, Freunde gehobener Popmusik, erwachsene Postpunk-Fans und depressive No-Waver.

Prinzhorn Dance School: "Crackjack Docker"



Quelle: YouTube


Mehr dazu:


Was:
Prinzhorn Dance School (+ Support)
Wann: Montag, 12. März 2012, 20 Uhr
Wo: Café Atlantik
Tickets: Eintritt 7 Euro (Vorverkauf 5 Euro)   [Bild: Promo]