Heute: Freiburger Filmemacher Blackwood-Films zeigen ihren neuen Film Hohental

Laura Wolfert

Das Nickerchen im Biologieunterricht hat sich gelohnt. Der 18-jährige Schüler Anton Könneke hat mit dem Team von Blackwoodfilms Tag und Nacht an seinem ersten Spielfilm "Hohental" gearbeitet.



"Die Lehrer hatten durchaus Verständnis, wenn ein verschlafener Anton im Biologieunterricht ein kleines Nickerchen gemacht hat. Sie wussten, dass ich auch nachts filmen musste", sagt Anton Könneke. Der 18-Jährige (auf dem Foto links) ist der Regisseur von "Hohental", einem Filmprojekt, das die Freiburger Filmgruppe Blackwood-Films vor eineinhalb Jahren gestartet hat.


Die Geschichte basiert auf einem Esel

Der Spielfilm behandelt das Problem von Entscheidungsschwierigkeiten: Der Protagonist "Hohental" konnte sich noch nie auf eine Sache festlegen, verliebt sich jedoch in zwei Frauen - beide Male ist es wahre Liebe. Hohental kann aber keine der Beziehungen beenden, keine Frau für die andere verlassen.

"Der Kern der Geschichte basiert auf dem Gleichnis von Buridans Esel", sagt Könneke. Auf die sei er vor mehreren Jahren gestoßen. "In dem Gleichnis bekommt ein hungriger Esel zwei Heuhaufen vorgesetzt, die absolut identisch sind. Sie schmecken gleich gut, sind gleich groß. Der Esel kann sich aber nicht entscheiden, welchen Heuhofen er zuerst essen soll – bis er daran verhungert".

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Alles nur Freiburger

Das Drehbuch hat der 18-Jährige geschrieben, gedreht hat er den Film mit Mitgliedern der Gruppe Blackwood-Films. Die Schauspieler stammen hauptsächlich aus der Freiburger Schauspielschule.

"Im engen Kreis waren 24 Leute beteiligt – mit Statisten sogar 60. Das sind überwiegend junge Leute zwischen 16 und 22 Jahren, aber alles Freiburger", sagt Könneke.

Zwischen Kunst und Konstanz

In "Hohental" sind mehrere Freiburg-Szenen zu sehen, unter anderem im Borso – der Bar mit Straßenkunst an den Wänden in der Moltkestraße. "Eine Mitarbeiterin hat da ihre Bachelorarbeit geschrieben und aufgepasst. Sie hat uns ermöglicht, dort zu filmen."

In der ursprünglichen Version des Drehbuchs war außerdem ein romantischer Städtetrip nach Paris geplant. Aber ein Ausflug in die französische Hauptstadt für einen kurzen Dreh?  „Finanziell unmöglich“, sagt Könneke. "Der Trip wurde nach Konstanz verlegt." Das Projekt zu finanzieren sei sowieso schon schwierig genug gewesen. Das Geld stamme teils aus Eigenmitteln und aus Zuschüssen der Stadt.

Der Waldorfschüler aus Rieselfeld darf den Film als Zwölftklassprojekt – das auf Waldorfschulen üblich ist – anrechnen lassen. "Deswegen hatten die Lehrer auch Verständnis, wenn ich in der letzen Reihe etwas ruhiger war", sagt Könneke. "Hohental" feiert Premiere an diesem Montagabend um 20 Uhr im Kommunalen Kino.

Mehr dazu:

Was: Aufführung "Hohental"
Wann: Montag, 27. Juni 2016, 20 Uhr und Dienstag, 28. Juni 2016, 20 Uhr
Wo: Kommunales Kino, Urachstraße 40, 79102 Freiburg
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 5 Euro [Foto: Promo]