Heute brennt das Eis!

Dirk Philippi

Ihr seid noch nie beim Eishockey gewesen? Dann ist heute, Freitag, der richtige Tag für Euer "Erstes Mal"! Ab 20 Uhr wird im Stadion an der Ensisheimerstraße das Eis dampfen, wenn die Heilbronner Falken mit rund 800 Fans zum Derby anrücken. Dabei haben die Jungs vom EHC Freiburg noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Unser Anheiz-Tipp für einen aufregenden Freitagabend: Licht aus, Spot an und auf zum Eishockey-Derby.



Drei Gründe, um ausgerechnet heute das erste Mal ins Eisstadion zu gehen:

1. Der Derby-Faktor

Wenn sich Baden und Schwaben dem sportlichen Wettstreit stellen, dann laufen die Motoren der Akteure und Anhänger auf erhöhter Betriebstemperatur - auch im Eishockey! Zwar ist die Käthchenstadt, von EHC-Fans liebevoll "Heulbronn" gerufen, nicht Schwenningen (Erzfeind Nr. 1), aber in seinen Feindbildern war man im Sport noch nie sonderlich wählerisch. Heilbronn ist SAP-gefüttert, hat in der Vergangenheit mit großen Säcken Geld Freiburgs beste Spieler weggelockt und spricht schwäbisch (das fränkische Element wird großzügig missachtet). Das reicht allemal für eine große Eishockeykulisse, die gerade Neulinge immer und immer wieder mitreißt und in Staunen versetzt. Rund 800-1000 Heilbronner Fans werden morgen in Freiburg erwartet (600 per Sonderzug), Sprechchöre werden von einer Kurve in die andere knallen und zurück, vor Spielbeginn werden die Stadionlichter erlischen und es wird diese einzigartige Hockey-Gänsehaut-Atmosphäre über dem Eis schweben. Wetten, dass einen das nicht kalt lassen wird?



2. Der Revanche-Faktor

Im dritten Spiel der Saison unterlag der EHC Freiburg den Heilbronner Falken mit 2:3 nach Penaltyschießen und der Doppelrunden-Modus macht es möglich, dass sich die Wölfe heute für die erste Heimniederlage revanchieren können. Schon das erste Derby der Spielzeit bot alles, was oben für solch eine Partie versprochen wird: Packendes Eishockey, Hammer-Stimmung von den Rängen, ein Trainer, der von seinem Arbeitsplatz verwiesen wird, und einen Schiri-Eklat. Revanche-Gesichtspunkt Nummer eins des sportlich offenen Schlagabtauschs war der letzte, alles entscheidende Penalty. Der Schuss des Heilbronners Caig ging an den Pfosten - der Schiedsrichter erkannte auf "kein Tor" - ehe der Puck vom EHC-Goalie ins Tor kullerte. EHC-Verteidiger Gaus machte sich bereit, um zum nächsten Penalty anzutreten, doch es eröffnete sich eine kleine Diskussionsrunde mit dem Schiedsrichtergespann sowie diversen Falken-Akteuren. Am Ende dessen entschied der Unparteiische nachträglich auf Tor - das Spiel war entschieden und Freiburgs Fans lechzen heute nach Revanche!



3. Der Playoff-Faktor

Eishockey ist nicht Fußball. Es ist schneller, aufregender und hat seinen eigenen Modus: Am Ende einer Saison haben sich die besten acht Teams für die Playoffs um die Meisterschaft qualifiziert. Der Erste der Vorrunde spielt gegen den Achten, der Zweite gegen den Siebten u.s.w. Der EHC Freiburg kämpft, momentan auf Platz acht stehend, um die Teilnahme am Saisonhöhepunkt. Heilbronn ist als Tabellendritter zwar Favorit und weit enteilt, aber die Wölfe brauchen jeden Punkt und werden alles daran setzen, das Derby für sich zu entscheiden. Passiert nichts Außergewöhnliches wird man das Team von Coach Sergej Svetlow ("Wir wollen unbedingt gewinnen!") morgen hoch motiviert erleben. Im Eishockey bedeutet dies: Schnelles Skaten, harte Bodychecks, viele Torraumszenen und Kampf um jede Hartgummischeibe!

Fazit:

Anschauen! Heute, 20 Uhr, Franz-Siegel-Halle:
EHC Freiburg - Heilbronner Falken