Heute: Amnesty International-Vortrag mit dem Blogger Asif Mohiuddin aus Bangladesch

Marlene Wilkes

Die Meldungen über eingestürzte Textilfabriken in Bangladesch haben viele Menschen in Europa aufmerksamer gemacht. Dass die Bevölkerung auch mit Menschenrechtsverletzungen zu kämpfen hat, dürfte den allermeisten aber kein Begriff sein. Wer sich kritisch äußert, wird verfolgt. Asif Mohiuddin ist einer von ihnen. Am Montagabend berichtet der 30-jährige Blogger bei einer Veranstaltung von Amnesty International in der Uni Freiburg über die Lage in seinem Heimatland.



Asif Mohiuddin
betrieb eins der meistgelesenen Blogs in Bangladesch - bis die Regierung es 2013 schloß. Die Themen des 30-Jährigen: das Recht auf Bildung, Meinungsfreiheit und die kritische Auseinandersetzung mit fundamentalistischen Islamismus.

„Asif Mohiuddin berichtet darüber wie schwierig es ist, Meinungsfreiheit in einem Land wie Bangladesch durchzusetzen", sagt Bernhard Hertlein, Bangladesch-Experte von Amnesty International.

Mohiudin wird immer wieder aufgrund seiner Äußerungen angefeindet, eine Messerattacke im vergangenen Jahr überlebte er nur knapp. Doch er bloggt weiter und setzt sich in der „Shahbag-Bewegung“ dafür ein, dass die Verantwortlichen an den Kriegsverbrechen von 1971 zur Rechenschaft gezogen werden.

"Da viele der Angeklagten Mitglieder islamistischer Gruppen sind steht Mohiuddin weit oben auf deren Liste von Menschen, die als angeblicher Feind des Islams gelten", sagt Bernhard Hertlein. "Einige weitere Blogger sind ebenfalls bedroht, viele andere wurden bereits inhaftiert oder sogar umgebracht.“

Jetzt hat Amnesty International den verfolgten Blogger nach Deutschland eingeladen. "Auch damit er sich erholen kann“, sagt Hertlein. Er wird zur Einfühung über die aktuelle Lage in Bangladesch berichten und dabei unter anderem auf die Situation der Frauen, ethnische Minderheiten sowie die Todesstrafe und Folter eingehen.

Mehr dazu:

  Was: Vortrag und Diskussion über Meinungsfreiheit in Bangladesch
Wann: Montag, 24. Februar 2014, 19 Uhr
Wo: Uni Freiburg, KG I, Hörsaal 1016
Eintritt: frei