Heute Abend im Slow Club: Ein Serienmord als Theaterstück

Manuel Lorenz

Grausame Serienmorde sind nichts Neues: Einer der bekanntesten der Neuzeit fand im Hannover der 1920er Jahre statt. Der Täter: Fritz Haarmann a.k.a. der "Werwolf von Hannover". Die Protokolle von damals werden heute um 21 Uhr im Slow Club auf die Bühne gebracht.



Die Theaterproduktion der Gruppe No Budget führt eine komprimierte Fassung der 1924 protokollierten Gutachtergespräche des Gerichtspsychologen Ernst Schultze mit Fritz Haarmann auf, dem sogenannten „Werwolf von Hannover“.


Abgesehen von den Umständen der Taten Haarmanns führen die Protokolle die gesellschaftliche Situation der Weimarer Republik vor Augen und zeigen die starke Homophobie und die reaktionäre Gesinnung der damaligen Obrigkeit auf.

Der Psychologie-Professor Theodor Lessing kommentierte den Haarmann-Prozess damals mit folgenden Worten:

„Sehen sie, dieser Haarmann ist doch ein Rückfall in einen urmenschlichen Zustand. Der Wolfsmensch, der Blutsauger, der Kannibale – nur noch in unseren Sagen, in fernen Erinnerungen glaubt der Mensch von heute sie zu kennen.“

Die Produktionsgruppe No Budget gibt es schon seit 2003. Am meisten Beachtung fanden bislang ihre Theaterstücke „clockwork orange – Einmannhorrorshow” und „Kaltherz”.

Was: Theaterproduktion von No Budget: "Die Haarmann-Protokolle"
Wann: Freitag, 25. März 2011, 21 Uhr
Wo: Slow Club, Haslacher Straße 25


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[Bild: dpa]