Helfer mit Herz im Einsatz: "Wann kommt der Papst?"

Gina Kutkat

"Wann kommt der Papst?" Das ist wohl die meist gestellte Frage an diesem Mittag in der Innenstadt. Die 'Helfer mit Herz' beantworten sie hundertfach. Mit ihren orangefarbenen Outfits sind die Freiwilligen kaum zu übersehen. Mit welchen Fragen sie noch konfrontiert werden und wie hoch der Stressfaktor ist, hat Gina herausgefunden.

11:15 Uhr, Innenstadt. Orangefarbene Jacken, orangefarbene T-Shirts, orangefarbene Mützen, rote Halstücher und rote Papstbänder um den Hals: Die Helfer mit Herz sind heute nicht zu übersehen. Sie stehen entlang der KaJo im Abstand von höchsten zehn Metern und werden von Zuschauern, Passanten, Bummlern und Touristen mit Fragen überhäuft.


"Wann kommt der Papst?" "Wo fährt er lang?" und "Wie komme ich zum Messplatz?".
Das sind die drei Fragen, mit denen die Helfer an diesem Vormittag überhäuft werden. Die Stimmung in der Innenstadt ist trotzdem noch entspannt und rundum positiv. "Ein paar Leute meckern, weil sie hier nicht durchkommen, aber sonst ist noch nicht viel los," sagt Lisa Bärenfinger (20, Bild oben rechts) aus Titisee-Neustadt. Die Studentin für Soziale Arbeit kam über ihre Katholische Fachhochschule an den Job als Helferin und steht am Eingang der Universitätsstraße.

Ein bißchen stressiger sieht es direkt an den Absperrungen in der KaJo aus. Von 8 bis 16 Uhr sind die Helferinnen und Helfer im Einsatz, einige von ihnen haben Lunchpakete dabei. "Käsebrot, Corny und Apfelsaftschorle," antwortet Studentin Anne Hänel (22, Bild oben Mitte) auf die Frage nach dem Inhalt des Lunchpakets. Auch sie studiert an einer Katholischen Fachhochschule und wurde von ihrer Lehrerin gefragt, ob sie als Helferin einspringen will. Für Anne keine Frage, "schließlich müssen wir alle zusammenhalten, da springe ich gerne ein."



"Sie kommen hier leider nicht durch." Die zwei Helfer neben dem Eingang des Breuninger-Geschäfts haben einen der schwersten Helfer-Jobs. Zwar ist der Zugang zu dem Geschäft möglich, danach geht es aber nur für geladene Gäste weiter Richtung Münsterplatz. Vor allem viele ältere Leute scheinen mit den Absperrungen und Umleitungen überfordert zu sein. Dass sie heute nicht auf den Münsterplatz können, ist für sie nicht zu verstehen. Die beiden jungen Helfer mit Herz wirken ein bisschen hilflos, während sie die Anweisungen einfach wiederholen.

"Eine Schulung haben wir Helfer nicht bekommen. Wir wurden einfach ins kalte Wasser geschmissen," sagt Laura Ebi von der St. Ursula Schule. Und wenn sie die Fragen der Leute nicht beantworten kann? "Dann verweise ich sie höflich an den nächsten Helfer."

[Anmerkung der Redaktion: Der Papst kommt übrigens um 13:45 Uhr. Dann fährt er mit dem Papamobil vom Holzmarkt zum Münster. Video-Live-Stream auf live.domradio.de]

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