Heimspiel für WIR

Gina Kutkat

WIR sind uns immer einen Schritt voraus. Wie machen die das? Während man sich noch für sie über den soeben gewonnenen "Jugend kulturell Förderpreis" freut, schwärmen sie schon zu neuen Konzerten davon. Gestern Abend spielten sie seit langer Zeit mal wieder in Freiburg. Ein Konzert zum Durchatmen? fudder-Autorin Gina war dabei.



22.49 Uhr, vorletzter Song des WIR-Konzerts. Schlagzeuger Simon legt seine Sticks nieder und springt mitten im Song auf, um sich an Bassist Robin heranzuschleichen und für ihn die Bassline zu übernehmen. Zu zweit bearbeiten sie nun das Instrument und die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Diese Szene – ob einstudiert oder nicht – erklärt ganz gut die Philosophie von WIR: Musik soll Spaß machen, und das tut sie auch.


"Es ist schön wieder in Freiburg zu spielen," sagt WIR-Sänger Nico. Fast wirkt es so, als sei das Konzert in Freiburg eine kleine Ruhepause für die drei jungen Durchsstarter von WIR. Sie haben unermüdlich gespielt, waren in ganz Deutschland unterwegs und die Konzert-Odyssee scheint keine Ende zu nehmen. Hat die Konzerterfahrung Spuren hinterlassen?



Hat sie. Routiniert und konzentriert zeigen WIR, dass sich ihr Ehrgeiz ausgezahlt hat. Nur leider schauen sich zu wenig Freiburger an, was sich bei WIR getan hat. Diejenigen, die da waren, wurden mit einer guten Mischung aus Pop und Rock, Balladen und Uptempo-Songs belohnt. Hartgesottene WIR-Fans sind wie immer textsicher, auch wenn sie die Lyrics von Nico nur erahnen können. Der Sound im Kamikaze lässt zu wünschen übrig.

Die Songs vom aktuellen Album sind nicht mehr so brav wie früher, und auch an
der Gitarre werden die Saiten härter angeschlagen. So klingen Songs wie "Magentätowierung" und "Was uns geblieben" insgesamt runder und rockiger. Frontmann, Sänger und Gitarrist Nico ist einen Schritt aus dem Mittelpunkt der Band zurückgewichen und hat seinen Kollegen Platz gemacht.



Drummer Simon ist der nach vorne treibende Sturm, Bassist Robin der Ruhepol der Band. Heute hier, morgen dort – so lautet die Devise der drei. Gestern Abend im Kamikaze durften sie jedoch wieder die Endinger Jungs sein, die vor Freunden und Fans aus der Heimat spielen und die glücklicherweise immer noch die "alten" sind.

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