Heimatliebe: Freiburger DJs gründen Plattenlabel für regionale Künstler

Elias Dominguez

Die beiden DJs Oliver Sylo und Tobias Wendling haben ein Plattenlabel gegründet, das Künstlern aus der Region eine Plattform bieten möchte. Die Idee dazu entstand auf einer Autofahrt ins Studio.

Oliver Sylo und Tobias Wendling lernten sich vor knapp einem Jahr über das Auflegen kennen. Die beiden Freiburger fanden schnell heraus, dass sie sich gut ergänzen. Während Oliver seine Erfahrungen und Fähigkeiten im Erstellen und Auflegen von Sets einbringen konnte, brachte Tobias sein Know-How rund um das Produzieren und Sound-Design mit ein. Aus der stundenlangen Zusammenarbeit im Studio entwickelte sich bald eine Freundschaft.


Ein Label für Freunde der Heimat

Tobias Wendling ist zwar mit seinen 22 Jahren der deutlich jüngere von beiden, hat sich aber in den vergangenen vier Jahren – sprich seitdem er produziert und auflegt – einen gewissen Weitblick angeeignet. Er konnte sich durch seine Veröffentlichungen bei internationalen Plattenfirmen wie "IAMT", "Jumpstereo Records" und dem kanadischen "Minds Of Sin" einen Namen in der Szene machen.

Der zweite im Team, Oliver Sylo beschreibt das gemeinsame Ziel wie folgt: "Ein Label zu gründen, das unsere Region, den Schwarzwald, repräsentiert – Ein Label für Freunde aus unserer Heimat, Freunde unserer Heimat und für die, die es gerne werden wollen."

Die Erfahrung fließt mit in die Neugründung

Oliver ist schon seit dem Jahr 2000 als DJ in Clubs und auf Festivals unterwegs und hat mit seinen 33 Jahren schon einiges an Erfahrung gewinnen können. 2010 begann er zu produzieren. Zusammen mit "Just Karl" hat er bereits eine eigene Platte aufgenommen. 2014 erschien "Calippo"auf dem Hamburger Label "RUN DEEP". Damit sorgte er für ordentlich Wirbel und kam so an den ein oder anderen deutschlandweiten Auftritt. Der nächste Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten: "Capri" wurde 2015 auf dem Berliner Label "3000° Records" veröffentlicht und lief seitdem in den Clubs hoch und runter.

Der Anspruch, den die beiden an "Heimatliebe" haben, ist es, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Künstler aus der Region verwirklichen können. Dadurch soll ein Stück Heimat in die Welt getragen werden.

Idee zur Gründung eines eigenen Labels

"Für lokale Künstler ist es schwer, Plattenfirmen auf ihre Musik aufmerksam zu machen. Da haben wir uns entschlossen, selbst ein Label zu gründen – Heimatliebe." Die Idee dazu entstand auf einer Autofahrt ins Studio. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war, dass Tobias bereits Erfahrung in diesem Bereich hatte. "Variegation-Records" hieß sein ehemaliges Label, welches er damals mit DJ-Mito aus Freiburg gründete, aber aus persönlichen Gründen verworfen wurde. Mit "Heimatliebe" soll das aber nicht passieren.

"Heimatliebe ist für mich kein 'Business' im herkömmlichen Sinne, sondern eine Herzensangelegenheit", sagt Tobias. "Ich möchte mich nicht daran bereichern, sondern den Künstlern mit Oli zusammen eine Plattform bieten, auf denen sie sich verwirklichen können."

Erstes Release vor einem halben Jahr

Vorerst ist es geplant, einmal alle zwei bis drei Monate ein Release auf dem Label zu veröffentlichen. Das erste Release stammt von dem in Hamburg lebenden Exil-Freiburger Felix Plazek, dessen EP "Feeling You/Therapy" im Oktober letztes Jahr erschienen ist.



Das nächste Release steht am 31. März an: Der Track "Into The Groove" der drei Freiburger Anina Owly, Mandibula und Jason Ryse. Weitere sind bereits in Planung.



Vorerst enttäuschte Erwartungen

Bislang bewegt sich "Heimatliebe" mehr oder weniger unter dem Radar. Auch wenn die Resonanz einstimmig positiv war, lagen die Klicks doch eher unter den Erwartungen. Dies möchte man zukünftig durch regelmäßig aufeinander folgende Releases ändern und verbessern.

Sobald die Veröffentlichungen zunehmen, werden auch vermutlich mehr Interessenten folgen. Dies könnte den Künstlern mehr Möglichkeiten zum Austausch untereinander bieten, welcher zu Zusammenarbeiten und Remixes führen könne. Darüber hinaus sind auch organisatorische Chancen gegeben, da alles kompakter wird und nicht mehr zwingend über Zweitkontakte laufen muss.