Heiliges Gebein

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, welche Wundertaten Benno, dem ehemaligen Bischof von Meißen, nachgesagt werden? Der Anfang des 12. Jahrhunderts verstorbene Schutzpatron Münchens hat zu Lebzeiten mit Fischen und Schlüsseln getrickst, nach seinem Tode sogar Kranke geheilt.

Bekannt wurde St. Benno durch die Legende, er habe den Meißener Domschlüssel bei seiner Vertreibung in die Elbe geworfen und ihn nach seiner Rückkehr im Bauch eines ihm vorgesetzten Speisefisches wiedergefunden.


Als er 1270 umgebettet wurde, fand man sein Gewand, seinen Stab und seine Bischofsmütze völlig unbeschädigt vor. Wie es sich gehörte, wurden seine Gebeine vor dem Bezug der neuen Lagerstätte mit Wein gereinigt. Damit wurden dann, wie damals üblich, Kranke behandelt. Anscheinend mit gewissem Erfolg, wie ein glaubwürdiges Zeugnis aus dem Jahr 1644 berichtet:

"Damalen ist mit dem Wein, darmit man S. Bennonis Gebain von der Erden gesäubert und abgewaschen, vil krancken und brechhafftigen Menschen, so ihne wie ein köstlichs Oel angesalbet und gebraucht, wirklich geholfen worden."