Health Month: Besser leben dank Internet

Christoph Müller-Stoffels

Jahreswechsel. Zeit für gute Vorsätze. Mittlerweile ist der Februar fast vorbei und die meisten von uns wissen schon gar nicht mehr, was sie sich eigentlich vorgenommen hatten. Die Website Health Month will dabei helfen, Monat für Monat gute Vorsätze zu setzen und umzusetzen. Christoph hat sie für fudder ausprobiert.



HealthMonth heißt der Service, der einen zu einem gesünderen Leben erziehen möchte. Man erstellt sich ein Profil, setzt sich selbst die Regeln, denen man im jeweiligen Monat folgen möchte – die guten Vorsätze eben.


Ich bin kein Freund von guten Vorsätzen. Das letzte Mal, als ich mir zum Jahreswechsel gute Vorsätze oder Verhaltensänderungen auferlegt habe, bin ich damit keine drei Tage später gescheitert. Eigentlich bin ich auch der Ansicht, dass ich ohne gute Vorsätze halbwegs gesund lebe.



Die Liste, die mir von Healthmonth vorgelegt wird, lässt mich zweifeln, ob ich tatsächlich so gut lebe. Es gibt populäre Regeln, wie etwa Alkohol, Koffein, rotes Fleisch oder Gebratenes zu reduzieren, Sport zu machen oder Früchte und „Grünes“ zu essen. Aber auch spezielle Ernährungsregeln, Körperertüchtigung oder geistige Anstrengungen können sich auferlegt werden. Auch sehr schön ist die Liste „Verschiedenes“, wo von „qualitativ hochwertige Zeit mit Kindern verbringen“ über „sich sozial verhalten“ bis „Zahnseide verwenden“ alles zu finden ist. Auch eigene Regeln können geschaffen werden.

Ich entscheide mich dafür, jede Woche mindestens 15 Kilometer zu laufen. Tut nicht weh, mach ich sowieso, eigentlich. Also, meistens. Täglich zwei Gläser Wasser trinken. Wird mir gut tun. Aber so richtig ist das noch keine Herausforderung, teilt mir die Site mit. Also noch was schweres. Nur noch maximal sieben Tassen Kaffee pro Woche. Das wird schwierig.

Der Februar beginnt (man kann nur zu Beginn eines Monats einsteigen) mit Erinnerungen per Mail. Auf der Site muss man die Erfolge eintragen und bekommt dafür Punkte. Positive Motivation wird dabei ebenso geleistet, wie ein gewisser Druck. Auf einer Site kann man den Fortschritt anderer Teilnehmer beobachten. Diesen Monat spielen 2790 Teilnehmer mit ihrer Gesundheit. Im Vormonat waren es über 4000. Aber das war auch Januar, Monat der guten Vorsätze.

Für mich fängt der Monat so an, wie ich es erwartet habe. Ich gehe joggen, sieben oder acht Kilometer, trinke drei Gläser Wasser, trinke einen Kaffee zum wach werden. Und dann stehe ich vor einem Problem. Soll ich nach dem Mittagessen einen Espresso trinken? Darf ich das? Klar, ich darf alles. Aber da ist die kleine Stimme, die sagt „Neinneinnein, nur sieben Tassen Kaffee pro Woche.“ Eben, denke ich, Kaffee. Von Espresso war keine Rede. Einmal mehr bin ich froh, dass ich so überzeugend bin. Zumindest mir selbst gegenüber.



Beim täglichen Erfolgscheck auf der Site verschweige ich den Espresso trotzdem nicht, bekomme aber meine Punkte für die eingehaltenen Regeln, den es waren sieben Tassen pro Woche ausgemacht. Wie die verteilt sind, ist egal. Es tut gut, die Punkte klettern zu sehen und stellt eine Motivation dar, auch am nächsten Tag wieder daran zu denken. Die allmorgendliche Erinnerungsmail hilft auch.

Eigentlich hat sich die Site auch aus nichts anderem heraus entwickelt, als aus der gegenseitigen Überwachung von ein paar Freunden,die sich jeden Monat ein paar Regeln zur Verbesserung der eigenen Gesundheit auferlegt hatten. Schritt für Schritt sollte das eigene Verhalten verbessert werden. Es ist ein Spiel und will auch so verstanden werden. Druck baut man sich nur selbst auf, und wer sich nicht selbst überzeugen kann, hat mehr.

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[Bild 1: Fotolia/Fudder; Screeenshots: Health Month]