Headis: So geht Freiburgs neuester Trendsport

Julia Littmann

Die neue Sportart Headis ist seit einiger Zeit im Kommen – auch in Freiburg. Im Vergleich zu anderen Uni-Städten ist die Mischung aus Kopfballspiel und Tischtennis hier aber noch ein Exot.



Seit zwei Jahren studiert Darius Ahanin Politikwissenschaften in Freiburg. Und er macht gerne Sport. Am liebsten so, dass dabei auch noch gute Laune rausschaut. Die richtige Wahl für Bewegung und Herausforderung draußen ist für ihn – ganz klar – Headis. In Freiburg kommt der relativ junge Sport noch ein bisschen exotisch rüber. Nur vereinzelt werden hier mal zwei oder vier Kopfballspieler an Tischtennisplatten gesichtet.


Headis verbreitet sich vermutlich ein bisschen nach dem Zufallsprinzip, erklärt Darius Ahanin. Hier läuft diese quirlige Mischung von Kopfball und Tischtennis erst allmählich an, in etlichen anderen Uni-Städten ist sie längst schon offizieller Bestandteil des Uni-Sport-Kanons inklusive professioneller Trainingspläne. Auch die Fußballnationalmannschaft kennt und spielt – so wird berichtet – Headis. Mainz-Trainer Thomas Tuchel lobt auf dem Videoportal Youtube "Headis" als Sportart, die Koordination und Beweglichkeit fördert – und betont, die Mannschaft habe es mit Vergnügen gespielt.

Vom trendigen Spaßsport zur veritablen Sportart mit Wettkämpfen

Und gute Laune geht denn auch genau so: Vier Jungs – und/oder Mädels –, eine stabile Tischtennisplatte und ein Ball, etwa so groß wie der Ball für rhythmische Sportgymnastik. Der Ball an der Tischtennisplatte aber bringt mit 100 Gramm nur ein Drittel des Gymnastikgeräts auf die Waage, er wurde eigens für Headis entwickelt. Gespielt wird ausschließlich mit dem Kopf, zu zweit oder im Doppel zu viert. Wie beim Tischtennis muss auch der Headisball beim Aufschlag auf jeder Seite des Netzes einmal aufkommen. Im Spiel selbst ist es dann aber – anders als beim Tischtennis – erlaubt, die Platte zu berühren und den Ball volley zu nehmen.

Seit René Wegner 2006 – damals Sportstudent – das Kopfballtischtennis in Kaiserslautern erfunden hat, hat es sich vom trendigen Spaßsport zu einer eigenen, veritablen Sportart mit Wettkämpfen und Ranglisten gemausert. Und sie hatte bald schon einen Namen: Headis – ein Mix aus Head (Kopf) und Tennis. Darius Ahanin, 25, aufgewachsen in Kaiserslautern, hat das gutgelaunte Ballspiel ganz selbstverständlich von dort mit nach Freiburg gebracht – und spielt es hier mit Freunden. Auf Schulhöfen und in Parks sieht man sie, mehr oder weniger geübt und immer ansteckend wohlgelaunt.

"Das ist ein Sport, den auch Einsteiger superschnell können"

Darius Ahanin gehört mit vielen Jahren Übung durchaus zu den Headis-Cracks. Bälle anschneiden, flach übers Netz ziehen, schmettern: alles kein Problem. Und doch weiß er nach etlichen Jahren Headis-Erfahrung: "Das ist ein Sport, den auch Einsteiger superschnell können – und der auch Anfängern gleich schon echt Spaß macht." Schön wäre eine richtige Headis-Szene, finden die vier, die an diesem Nachmittag an der Tischtennisplatte vorm Goethe-Gymnasium köpfeln: "Das würde perfekt zu Freiburg passen." Warum? Es sei ein Sport für findige, kreative, muntere Leute, junge, alte, aber nichts für verbissene Kämpfer: "Headis-Leute sind einfach gut drauf!"

Mehr dazu:

[Foto: Thomas Kunz]