Hausverbots-Kampagne für Freiburg

Sophie Guggenberger

Ab morgen, 1. Dezember 2006, wird auch in Freiburg die Hausverbots-Kampagne eingeführt: "Fliegst du einmal raus, kommst du nirgends mehr rein!" Wer in Zukunft einmal "gelistet" ist, für den heißt es in den nächsten zwei Jahren "draußen bleiben" – ausgeschlossen sein von bislang rund 30 teilnehmenden nachtaktiven Betrieben und Veranstaltungsreihen in Freiburg.


Die heute Nacht in Kraft tretende Hausverbots-Kampagne der Stadt Freiburg in Kooperation mit der Polizei, der Nachtgastronomiebetriebe sowie dem Gaststättenverband DEHOGA dient dem erklärten Ziel, mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität im Freiburger Nachleben zu gewährleisten.


Profil und Idee der Kampagne ist es, alkoholisierten, randalierenden Störern mit Aggressionspotential ein lokalitätenübergreifendes Hausverbot zu erteilen. Bei Straftaten wird Anzeige erstattet. Wer auf Straßen und Plätzen wiederholt negativ auffällt, kann einen Platzverweis oder sogar ein Innenstadtverbot erhalten. Federführend für die Gastronomen hat sich Bela Gurath von endlessevent für die Hausverbots-Initiative eingesetzt und eine Informationskampagne unter dem Motto "Fliegst du einmal raus, kommst du nirgends mehr rein" entwickelt. Im Klartext: Fliegst Du bei einem der beteiligten Gastronomie-/ Clubbetrieben raus, heißt das automatisch auch bei allen an der Kampagne beteiligten Gastronomiebetreibern und Partyreihen – Hausverbot für zwei Jahre! Plakate, Flyer und Buttons sollen diese klare Ansage unterstützen und präventiv wirken. Alle beteiligten Betriebe werden in Zukunft anhand eines Gütesiegels, des Kampagnen-Logos am Eingang, zu erkennen sein, und somit verdeutlichen, welche Folgen Gewalt und sonstige Übergriffe haben können.

Nicht zuletzt hätten ja auch die Gastronomen ein großes Interesse am Erfolg der Kampagne: "Wir wollen, dass das Nachtleben wieder entspannter und friedlicher wird. Auch für das arbeitende Personal wie Türsteher und Servicekräfte ist es eine Erleichterung, wenn die Anti-Gewalt-Kampagne Früchte trägt", argumentiert Bela Gurath. Auch der Geschäftsführer der DEHOGA, Klaus Althoff, verbindet mit der Kampagne die Erwartung, dass sich die Situation für die gastronomischen Betriebe deutlich entspannen wird: "Wir unterstützen die Initiative sehr gerne, denn in der guten Kooperation der verschiedenen Parteien sehe ich auch eine vertrauensbildende Maßnahme, die über die Hausverbots-Kampagne hinaus förderlich sein wird."

Ein solches Hausverbots-Verfahren wird bereits erfolgreich in Heidelberg und Karlsruhe durchgeführt und konnte die prekäre Lage in beiden Städten deutlich entspannen. In der heutigen Nacht sollen erstmalig auch die Nachtschwärmer in Freiburg durch eine umfassende Informationskampagne (Flyer- und Plakataktionen) auf die Hausverbots-Initiative aufmerksam gemacht werden, denn  diese neue Regelung wird ab morgen, 1. Dezember 2006, umgesetzt.

Man darf gespannt sein, wie diese Kampagne vom Freiburger Feiervolk aufgenommen wird. Bleibt nur zu hoffen, dass am Ende kein interner Wettbewerb entsteht - welcher der "Gelisteten" es schafft, sich dennoch am längsten unentdeckt im Freiburger Nachtleben zu tummeln.

Folgende Betriebe sind momentan an der Hausverbots-Initiative beteiligt: 

Othello, Karma, Margaux, Hemingway-Bar, Tacheles, Fun-Park, Oscar’s, Z, F-Club, Glamour, Café Wiener, Keller 264, Woody's, Club Knight Fellows, Maria, R&B, Agar, Cohibar, Art Café, UC-Café, Drifter's Club, Dreisam-Café, Liquid-Club, Cult-Club, Waldsee u.a.m. Sowie die Veranstaltungen: Extravaganca, Sea of Love, Mensa-Party.