Hausverbots-Kampagne engagiert sich gegen KO-Tropfen

Anna-Lena Zehendner

Seit 2006 gibt es in Freiburg die Hausverbot-Kampagne. Wer einmal aus einer teilnehmenden Location in Freiburg rausfliegt, kommt für die nächsten zwei Jahre auch in keinen der anderen eingetragenen Clubs 'rein. Mit dem Projekt möchte man vor allem gegen Gewalt vorgehen. Jetzt will sich die Initiative auch verstärkt gegen KO-Tropfen und anderen Drogen im Nachtleben engagieren. [Mit Video. Wie schütze ich mich gegen KO-Tropfen?]



Ein neu eingefügtes Logo der Hausverbot-Kampagne soll es deutlich machen: KO-NO! Damit möchten die teilnehmenden Betriebe, der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, die Freiburger Polizei und das Amt für öffentliche Ordnung ein Zeichen setzten. "Wichtig ist uns die Signalwirkung", sagt Alexander Hangleiter, Referent und Rechtsanwalt der DEHOGA.


Vor allem die Sicherheitsangestellten müssten bei den regelmäßigen Treffen mit dem Polizeirevier Nord noch besser geschult werden, um eventuelle Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Aber auch die Besucher, insbesondere die Besucherinnen, sollten über den Missbrauch von KO-Tropfen besser aufgeklärt werden und außerdem beim Discobesuch immer gut aufeinander aufpassen. Dazu gehöre es auch, nicht aus fremden Gläsern zu trinken und das eigenes Getränk immer im Auge zu behalten.

Bei den Plakaten und dem Projekt Hausverbot geht es den Beteiligten vor allem um  Prävention. "Wir möchten nicht einfach möglichst viele Hausverbote erteilen", sagt Harry Hochuli, Leiter des Polizeirevier Nord. "Wir möchten mit diesem Projekt die richtigen Leute herausfiltern." Wer einmal ein Hausverbot bekommt, wird bei der DEHOGA gemeldet und dort in einer Liste vermerkt. Diese Liste wird regelmäßig an die Polizei und die Betreiber rausgeschickt.

Mittlerweile sind 39 Locations bei dem Projekt registriert sowie drei regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen: die Extravaganca, die Mensa-Party und die Sea of Love. Seit dem Beginn der Aktion "Kollektives Hausverbot. Gemeinsam gegen Gewalt" im Jahr 2006 wurden 130 Hausverbote erteilt. "Wenn die ermahnten Leute  nicht zu Wiederholungstätern werden, haben wir unser Ziel erreicht", sagt Hangleiter. Bisher gab es nur einen solchen Fall, bei dem es wegen Hausfriedensbruchs zu einer strafrechtlichen Verurteilung kommen musste.

Video: Wie schütze ich mich gegen KO-Tropfen



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