Hausbesetzung in der Wiehre

Markus Hofmann

Hausbesetzung in der Freiburger Wiehre: Etwa 50 Angehörige der linksalternativen Szene haben am Freitag ein seit zwei Jahren leerstehendes Haus in der Kirchstraße besetzt. Die Aktion steht unter dem Motto "Leben statt Leerstand". Welche Ziele die Besetzer verfolgen:



In einem offenen Brief wenden sich die Besetzer an die Besitzer des unter Denkmalschutz stehenden Antoniushauses, das sich in der Kirchstraße 16 befindet (Google Map):


Sehr geehrter Besitzer des Hauses in der Kirchstraße 16,

wie Sie vielleicht bereits wissen, haben wir seit dem 15. Mai Ihr Haus in der Kirchstraße 16 von dem Leerstand befreit. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe von Studierenden, freien Lebenskünstlern, Auszubildenden und Erwerbstätigen. Die Idee für eine sinnvolle Nutzung des Hauses ist der Aufbau eines selbstverwalteten Wohn- und Kulturprojektes, das heißt wir wollen hier sowohl wohnen als auch Kultur für die Öffentlichkeit anbieten.

Es wird dazu beispielsweise eine Selbsthilfe Fahrradwerkstatt aufgebaut, verschiedene Workshops angeboten, ein Umsonst- Laden gegründet und ein Infoladen, zur freien politischen Bildung entstehen. Zudem soll es genügend Raum für Theatergruppen, Infoveranstaltungen, Lesungen oder Filmabende geben.

Nach Informationen der Badischen Zeitung, die am Sonntag aktuell über die Besetzung berichtete, ist das Haus vor drei Jahren von einer Projektgesellschaft der Bauträger Gisinger und Kirschner erworben worden und soll zwischenzeitlich zwei oder drei Mal weiterverkauft worden sein. Wer gegenwärtig Eigentümer des Hauses ist, konnte die BZ nicht in Erfahrung bringen. Die Polizei war laut BZ am Sonntagnachmittag mit vier Beamten vor Ort. Sie habe die Hausbesetzer gewähren lassen.

Mehr dazu:

[Foto: Rita Eggstein]