Peter Pinsel

"Hauch mi a" könnte der neue Fasnachts-Schlager für Südbaden werden

Valentin Heneka

Als Schlagersänger ist Peter Pinsel bisher weitgehend unbekannt. Kein Wunder: Erst vergangene Woche erschien mit "Hauch mi a" der erste Song der südbadischen Kunstfigur – pünktlich zur Fasnacht, deren Höhepunkte in den kommenden Wochen gefeiert werden.

"Hauch mi a, du bisch scho wieder voll, hauch mi a, des find ich richtig toll, hauch mi a du bisch scho wieder dicht, hauch mi a, du häsch e Affe im Gsicht" singt Peter Pinsel im Refrain. Vergangene Woche erschien der Song auf diversen Streaming-Plattformen, über 4000 Mal wurde das zugehörige Video am Tag der Veröffentlichung auf Youtube abgerufen.


Der Schlagersänger, versteckt unter einer Affenmaske, lässt sich darin im Stühlinger Café JC die Haare machen, glüht in der Kneipe Alt Freiburg vor und feiert eine Outdoor-Party mit Hästrägern und Wintersportlern an der Elz. "Mit der Resonanz haben wir nicht gerechnet. Es freut uns, dass die Leute den Spaß mitmachen", sagt das Produzentenduo, das unter dem Namen Gin Lemmon und Paul McParty auftritt, sonst aber anonym bleiben möchte.



Ausschlaggebend für den Song, so das Duo, war ein südbadischer Fußballtrainer: Nach Fehlpässen forderte er seine Kreisligaspieler mit dem Satz "Hauch mi a" zum Alkoholtest auf – unterstellte ihnen also, sie seien betrunken. "Daraus mussten wir einfach einen Song machen", erklären die Produzenten. "Wer wie wir im ländlichen Raum um Freiburg mit Fasnet und Kabinenfesten nach Fußball- oder Handballspielen aufgewachsen ist, kann sich mit dem großartigen Humor in diesem Satz identifizieren".



Der Song enthält alle Zutaten für einen Partyschlager: Ein simpler Viervierteltakt, eingängige Melodien und ein Text über das Trinken, der auch Feiernde mit fortgeschrittenem Alkoholpegel nicht überfordert. "Peter sagt immer, dass das Publikum die zweite Strophe mitsingen können muss, sobald er die erste Strophe gesungen hat", sagt einer der Produzenten.

"Uns geht es nichts ums Geld." Peter Pinsel


Während Mickie Krause, Mia Julia und Co mit demselben Rezept gutes Geld verdienen, genügt es Peter Pinsels Hintermännern, wenn sie die Produktionskosten wieder rein bekommen: "Uns geht es nicht ums Geld. Die Fasnacht ist ein Fest, das die Menschen durch gemeinsames Feiern, Singen und Spaß haben verbindet. Dazu einen Beitrag zu leisten, ist einfach schön."

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Ein Beitrag geteilt von Peter Pinsel (@peter_pinsel_schlagergott) am Jan 11, 2019 um 8:22 PST



Die Produzenten warten nun ab, wie der Song angenommen wird. Sollte die Nachfrage bestehen, könnte es bald mehr von Peter Pinsel zu Hören geben. Auch Live-Auftritte seien denkbar. Andere Regionen hätten ihre Mundart-Schlagerhelden, in Südbaden gebe es sie bisher nicht. Peter Pinsel stünde bereit, die Lücke zu schließen.

Der letzte südbadische Fasnachts-Hit liegt drei Jahre zurück: Im Januar 2016 verbreitete sich der Song "Schorli" der Ortenauer Mundart-Pop-Band Rhinwaldsounds viral über die sozialen Medien. Derartig einzuschlagen scheint "Hauch mi a" bisher nicht, doch auch hier traten erste Zünfte an die Produzenten heran: Die Kindringer Ruäbsäck etwa seien begeistert und würden den Song auf ihrem Jubiläumsumzug am 17. Februar in Köndringen spielen. Mehr zum Thema: