Hat's geschmeckt? Wieviele Sterne gibt's du deinem Mensa-Essen?

Konstantin Görlich

Wie schmeckt den Studierenden das Essen in der Mensa? Das Studentenwerk will's wissen. Seit Montag können Mensa-Esser elektronisch bewerten, wie ihnen das Mensa-Mahl geschmeckt hat.



Das Essen in der Mensa ist besser als sein Ruf. Diese Binsenweisheit könnte demnächst mit harten Fakten untermauert werden, denn das Studentenwerk Freiburg, das unter anderem die Freiburger Mensen betreibt, rüstet in diesem Jahr daten- und kommunikationstechnisch auf. Die quirlige Facebookpräsenz des Studi-Dienstleisters war ein erster erfolgreicher Schritt. Jetzt will das Studentenwerk ganz nah ran an den Mensa-Esser, das unbekannte Wesen.


Seit dem 7. Mai stehen in den drei großen Freiburger Mensen Bewertungsterminals, große rote Kisten mit Touchscreen, auf denen man die soeben zu sich genommenen Speisen mit einem bis fünf Sternen bewerten kann. „Bundesweit ist dieses System, soweit wir wissen, einmalig. Durch das direkte Gäste-Feedback erfahren wir ganz unmittelbar, welches Essen an welchem Tag besonders gut geschmeckt hat und wo Verbesserungsbedarf besteht“, so Ulrich Stelter, Leiter der Hochschulgastronomie beim Studentenwerk.



Das Display zeigt den Speiseplan des Tages mit fünf Sternsilouetten neben jeder Speise. Der smartphonegewöhnte Zeigefinger möchte nun mit einer Wischgeste vom ersten bis zum gewünschten Stern – ganz wie in iTunes oder anderswo – abstimmen, aber das funktioniert nicht. Man tippe einfach auf den gewünschten Stern, bei 5 Sternen also auf den ganz rechten, und das Gerät bedankt sich für die Teilnahme. Einzig Kontrast und Helligkeit lassen ein wenig zu wünschen übrig: Von weiter weg oder der Seite betrachtet sehen die Bildschirme wie außer Betrieb aus.

Im fudder-Kurztest kommen die Abstimmungsgeräte gut an: Während einer Portion Maultaschen konnten wir in der Mensa Rempartstraße 17 Teilnehmer zählen, das sind mehr als 5 Teilnehmer pro Maultasche! Es sieht so aus, als wären die meisten Abstimmenden Erstnutzer: Sie schauen und lesen kurz, stimmen dann aber ganz intuitiv ab. Julian witzelt „Ich stehe Wahlautomaten grundsätzlich skeptisch gegenüber.“ Wahrscheinlich ein Piraten-Sympathisant. Sebastian findet die Idee gut: „Noch besser wäre es allerdings, wenn die Ergebnisse auch in die Verbesserung des Essens einfließen.“



Und genau das sollen sie. „Zunächst ein mal sind die Daten für uns, damit unsere Köche sehen, welches Essen wie gut ankommt," sagt Renate Heyberger, Pressereferentin beim Studentenwerk. "Aber auch für die Öffentlichkeit könnte es schon ab Juni interessante Einblicke geben, zum Beispiel das beliebteste Essen des Monats.“



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    [Bild 1: Studentenwerk Freiburg; Rest: Konstantin Görlich]