Interview

Hat ein Hofsgrunder mit "Ein fünfter Stern" den WM-Song 2018 komponiert?

Laura Wolfert

Die Idee entstand bei einem Bier: Johannes Lorenz aus Hofsgrund hat mit seinem Kollegen Robert Malony einen Song zur Fußball-WM 2018 geschrieben: "Ein fünfter Stern". Der Sänger ist Tobi Vorwerk, bekannt aus der Fernsehshow "The Voice of Germany".

Viele stöhnen jetzt auf und sagen: "Boah, jetzt geht das wieder mit den WM-Liedern los!" Warum macht ihr trotzdem einen neuen Song – es gibt doch schon so viele?

Johannes Lorenz: Wir haben im Vorfeld nicht geschaut, was für Songs es schon gibt. Das war anfangs alles unprofessionell geplant. Vor einem dreiviertel Jahr haben Robert Malony und ich uns einfach in eine Bar in Frankfurt gesetzt und Bier getrunken. Parallel lief Fußball.

Robert meinte, dass endlich mal ein schöner WM-Song geschrieben werden muss. Bisher gibt es von offizieller Seite viele professionell gemachte Sachen. Aber uns fehlte ein schöner Fan-Song, der in die Ohren geht. Er schrieb den Text, ich machte die Melodien.

Die Idee einen neuen WM-Song zu machen kam also in einer Bar. Wie viele Bier braucht es dafür?

Tatsächlich jeweils nur eins. Wir sind artig. Aber wir wissen auch nicht mehr, was für ein Fußballspiel derweil lief. Wir haben uns einfach unterhalten.

"Es gibt keinen Song, der nach dem ersten Mal hören so im Ohr bleibt."

Warum sind WM-Songs so wichtig?

Um ein Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck zu bringen. Da ist Musik ein ganz besonderes Mittel. Keine andere Kunstform ist so gemeinschaftsangelegt. Wir haben geschaut, dass wir den Gemeinschaftsgedanken über Nation und Rasse hinaus mitnehmen. Das ist bei einem Nationalsong natürlich immer schwierig – und kann schnell kippen. Das haben wir probiert von Anfang an zu vermeiden und zu signalisieren: Es geht um ein gutes Gemeinschaftsgefühl.



Warum sollte "Ein fünfter Stern" der Song der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 sein – und kein anderer?

Es gibt keinen Song, der nach dem ersten Mal hören so im Ohr bleibt. Außerdem ist das "Wir-Gefühl" bei uns sehr ausgeprägt. Alle Generationen hängen mit zusammen: In unserem Video sieht man kleine Kinder, ältere und behinderte Menschen, Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Dieses Grundgefühl von Gemeinsamkeit wollen wir vermitteln.

Und warum wir mit "Ein fünfter Stern" die Weltmeisterschaft gewinnen? Es gibt keine bessere Motivationsmaschine!

"Samuel Koch und seine Frau haben sich spontan bereit erklärt, mitzumachen."

In eurem Video spielen Samuel Koch, seine Frau und Fußball-Freestyler David Rau aus Lahr mit. Dazu ist euer Sänger Tobi Vorwerk, der 2015 mit seiner "Reibeisenstimme" bei "The Voice of Germany" bekannt wurde. Wie seid ihr an die bekannten Leute gekommen?

Wir sind über den Musik-Produzenten an Tobi Vorwerk gekommen. Chris Kling leitet das Tonstudio "Klangkantine" in Darmstadt. Wir habe ihn einfach per Mail angefragt. Er kannte Tobi, der ebenfalls in Darmstadt wohnt. Hier wurde auch das Video gedreht.

Beide hatten richtig Bock – so kam es dann zu der Zusammenarbeit. Samuel Koch und seine Frau sind ebenfalls mit Christopher befreundet und haben sich spontan bereit erklärt, mitzumachen.
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