Hat der Wetterfrosch Recht?

Miriam Jaeneke

"Man kennt ja die Bilder, wo der Frosch auf einer Leiter sitzt: Je höher, desto besser wird das Wetter", erzählt der 14-jährige Tim Schlüter. Er besucht mit Jan Wolff (13) das Goethe-Gymnasium in Emmendingen und hat mit ihm zusammen den alten Aberglauben vom Wetterfrosch untersucht.



Zunächst einmal haben sich Tim und Jan einen Europäischen Laubfrosch besorgt. Bei Zoo Burkart in Freiburg, denn: "Den darf man nicht so aus der freien Natur holen, der steht unter Artenschutz", weiß Tim. "Horst" tauften sie das Tier, immerhin handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein Männchen. Alle drei Tage bekam Frosch Horst nun sieben Heimchen vorgesetzt, jedes dritte Mal mit Vitaminpulver garniert. Er wohnt bei Tim in einem 60 x 40 x 40 Zentimeter-Terrarium. Das hatten die beiden Schüler mit neun Litern Humus, mit Farn und Schlangenwurz, einem hohlen Ast, drei Steinen und einer Höhle aus Rinde froschgerecht eingerichtet.


Eine Leiter zum Beklettern hat Horst also nicht. Trotzdem dürfte er sich in diesem Terrarium ziemlich wohl fühlen - auch wenn er allein ist: "Frösche sind Einzelgänger, und die paaren sich dann eben als mal. Und sie gehen immer zu ihrer Geburtsstätte zurück, wenn ich im Biounterricht richtig aufgepasst habe", erklärt Tim. Zur Geburtstätte zurückgehen, das ist Horst nicht vergönnt. Denn Horst hat einen Job. Als Wetterfrosch.



In diesem Amt tritt er an gegen Elecsa 6975. Das ist eine Wetterstation mit Barometer, Regen-, Temperatur- und Windmesser. Tim und Jan haben sie von ihrer Schule, dem Goethe-Gymnasium Emmendingen, ausgeliehen bekommen und in dem Garten von Jans Familie aufgestellt. Koordinaten: 48°07’17.37 N 7°51’43.77 O, Höhe: 240 Meter über dem Meeresspiegel.



Und nun begann das Wetterwettfühlen zweier Profis. Die Elecsa hatte, im Gegensatz zum Frosch, mit anfänglichen Funkschwierigkeiten zu kämpfen. Diese konnten jedoch schnell behoben werden. Alle 30 Minuten ließen sich Tim und Jan von der Wetterstation den relativen Luftdruck aufzeichnen und eine Wettervorhersage machen. "Wir nehmen die Diagramme vom Luftdruck und machen jetzt noch ein Diagramm vom Frosch. Dann schauen wir, ob die Linien ein bischen übereinstimmen." Die Linien des Frosch-Diagramms zeigen, wie hoch Horst jeweils im Terrarium sitzt. "Wir gucken, ob er sich irgendwie besonders verhält, ob er hoch sitzt oder tief sitzt." Viel anderes bleibt einem Frosch in einem Terrarium auch nicht zu tun übrig. Jan hat Horst drei Mal täglich beobachtet, zwei Tage lang wollen Jan und Tim noch ein Echtzeitvideo von Horst drehen, auf dem jede Bewegung des Froschs ganz genau festgehalten wird.

Über die bisherigen Ergebnisse verrät Tim so viel: "Ab und zu reagiert der Frosch schon auf den Luftdruck: Bevor der Luftdruck sich ändert, geht er immer kurz hoch oder runter." "Aber", schränkt er gleich ein, "das kann natürlich auch Zufall sein." Ob Horst weiß, dass sein Verhalten wesentlich ist für den Ausgang des Projekts "Hat der Wetterfrosch Recht?"? Tim versichert: "Bestochen haben wir ihn nicht."

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