Harte Beats in Wohnzimmeratmo: Haftbefehl im Alten Stinnes Areal

Alexa Kuncikowski

Am Samstag trat der Offenbacher Gangster-Rapper Haftbefehl im Alten Stinnes Areal auf. Und da wir wissen, wer der Babo ist, haben wir uns das kurdisch-türkisch-arabisch-deutsche Sprachmirakel angeschaut.



Einige Zuschauer haben sich bereits versammelt, als die erste Vorgruppe des Abends auf der Bühne steht: das Künstler-Kollektiv „Rieseneinlauf Entertainment“, das einen Mix aus sieben ihrer Tracks zum besten geben. Die Hiphop-Fans scheinen sich langsam auf die sechsköpfige Gruppe einzulassen und nicken mit den Köpfen.

Auch als der zweite Voract, Tillidiean79 aus Emmendingen, die Bühne betritt und seine harten Beats den Raum ausfüllen, gehen die Leute mit. 20 Minuten lang heizt er den Konzertbesuchern ein. Anschließend übernehmen die Freiburger Brüder Sadik und Sabri und legen einen souveränen Auftritt hin. Die letzte Vorgruppe des Abends, BDad & Chassid aus Karlsruhe, stehen weitere 20 Minuten später an den Mics und bringen den Raum, ein letztes Mal vor dem Hauptact des Abends, zum vibrieren.

Dann: Haftbefehl. Der Rapper, der im Januar 2013 sein neuestes Werk „Blockplatin“ veröffentlichte, kommt lächelnd und gut gelaunt auf die Bühne. Anstatt direkt mit dem ersten Track zu beginnen, sucht Aykut Anhan, wie Haftbefehl mit bürgerlichem Namen heißt, die Nähe zum Publikum und begrüßt seine Hiphop-Brüder herzlich und händeschüttelnd. Begeistert und jubelnd heißen ihn die Gäste willkommen.



Als der Beat zu seinem Platz 4 der deutschen Charts-Hit „Chabos wissen, wer der Babo ist“ einsetzt, rappen die rund 300 Besucher textsicher, kopfnickend und bouncend den Slang aus Kurdisch, Türkisch und Arabisch, Deutsch und Straßensprache mit. Immer wieder sucht der Frankfurter Künstler, der zwar als hart aber herzlich bekannt ist, die Nähe zum Publikum, verteilt High-Fives und bringt seine Fans mit Zurufen zum kochen.

Bekannte Nummern wie „Ich nehm dir alles weg“ oder „Azzlack Motherfuck“ werden gespielt. Eine Stunde lang rappt er fleißig weiter übers Crack kochen, koksen und kiffen. Das „Azzlack“-Dasein eben, bis sich der gebürtige Offenbacher wieder mit Shakes und einem lauten „Danke“ ins Publikum verabschiedet.

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Fotogalerie: Jens Meyer

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