Happy Birthday, aka-Filmclub!

Christian Beller

Im kommenden Monat feiert der aka-Filmclub seinen 50. Geburtstag. Christian schaut für fudder auf 50 Jahre Filmclub-Geschichte zurück und bietet einen Ausblick auf die Filme des Jubiläums-Semesters.



Genau 50 Jahre ist es her, dass filminteressierte Freiburger Studierende durch einen Aushang an der Uni auf die Gründungsversammlung des Akademischen Filmclubs aufmerksam gemacht wurden. Am 22. November 1957 wurder der aka-Filmclub im Theatersaal der Alten Universität ins Leben gerufen. Während sein Vorläufer, der „Filmclub Freiburg“, der 1949 gegründet und 6 Jahre später wieder aufgelöst wurde, kaum Spuren hinterlassen hat, war dem aka-Filmclub eine rosigere Zukunft vergönnt.


Mit dem Ziel, bei den Kommilitonen das Interesse am Medium Film zu wecken und eine Auseinandersetzung mit dessen künstlerischen, technischen und wissenschaftlichen Aspekten zu fördern, gingen schon die beiden Gründer Wolfram Dischler und Helmut Götte 1957 ans Werk. An diesem Grundsatz hat sich bis heute nichts geändert.

Das vielfältige Programm mit etwa 50 Filmen, das für jedes Semester von den derzeit 40 aktiven Mitgliedern gestaltet wird, setzt sich aus Filmreihen zu bestimmten Themenkomplexen oder herausragenden Regisseuren und Schauspielern zusammen. Um bei der Auswahl der Filmreihen möglichst wenig Zugeständnisse machen zu müssen, laufen zudem noch kommerziell aussichtsreichere Einzelfilme.

Als gemeinnützig anerkannter Verein ohne Profitstreben und finanzielle Unterstützung gab es in den vergangenen Jahrzehnten einige Krisen zu überwinden, aber inzwischen kann sich der aka allein durch den Erlös von Eintrittskarten und Mitgliedsausweisen, die jeder Zuschauer einmal im Semester erwerben muss, sowie Werbeeinnahmen aus dem Programmheft und Werbung vor der Filmvorführung vollkommen selbst finanzieren. Größere Einzelunternehmungen wie das Film-, Kunst- und Veranstaltungsprogramm „Work In Progress Freiburg“, das in diesem Jahr zusammen mit dem kommunalen Kino entstanden ist, wurden zudem noch von verschiedenen Stiftungen unterstützt.



Passend zum 50-jährigen Jubiläum wird im kommenden Semester natürlich auch eine Jubiläumsreihe mit unsterblichen Klassikern aus fünf Jahrzehnten Filmclub-Geschichte zu sehen sein.

Den Auftakt macht Henri-Georges Clouzots explosiver Abenteuerklassiker „Lohn der Angst“ von 1953, einer der ersten 18 Filme, die im Gründungssemester des aka-Filmclubs zu sehen waren. Es folgt Werner Herzogs „Aguirre“, der auch an den Besuch des Regisseurs Anfang der 70er-Jahre in Freiburg erinnern soll. Ebenfalls in der Reihe laufen Stanley Kubricks "Dr. Seltsam - oder wie ich lernte die Bombe zu lieben", der Anfang der 80er in mehreren Reihen, die sich mit dem Thema Wettrüsten beschäftigten, gezeigt wurde, „Tote tragen keine Karos“ die wunderbare Film Noir Parodie mit Steve Martin, die in den 90ern mehrere Semester erfolgreich hintereinander vorgeführt wurde und zu guter Letzt wird „Metropolis“ von Fritz Lang zu sehen sein, der in 50 Jahren aka-Geschichte ganze elf mal vorgeführt wurde.

Den Zuschauer erwarten außerdem eine Afrika Reihe u.a. mit „Der letzte König von Schottland“, „Tsotsi“ und dem Freiburger Filmfest-Gewinner „Als der Wind den Sand berührte, es gibt Literaturverfilmungen der Gruppe 47 („Die Blechtrommel“, „Ansichten eines Clowns“), neuer deutscher Film („Vier Minuten“, „Full Metal Village“, „Prinzessinenbad“) und neuer österreichischer Film („Indien“, „Lovely Rita“, „Nordrand“), eine Reihe die sich mit „Schokolade in Kinofilmen“ beschäftigt („Chocolat“, „Charlie und die Schokoladenfabrik“) und „Poesie im Film“ („Poem“, „Romeo & Julia“). In Kooperation mit Radio Dreyeckland wird die Reihe „Radio im Film“ („Last Radio Show“, Radio Days“) zu sehen sein und mit dem Carl-Schurz-Haus setzt sich die jahrzehntelange Kooperation mit einer Wim Wenders-Reihe („Paris – Texas“, „Der Himmel über Berlin“) und dem Thema „Jugend in den USA („Kids“, „Ken Park“, „Elephant“) fort.
Geplant sind außerdem noch zwei Sonderveranstaltungen, der Besuch von „Winterreise“ und „Hierankl“-Regisseur Hans Steinbichler und eine Lesung eines Filmkrimis der Berliner Autorin und Filmemacherin Merle Kröger.



Ein halbes Jahrhundert lang bietet der aka-Filmclub nun schon jedem Freiburger Studierenden die Möglichkeit, für wenig Geld wunderbare Filme in bester Qualität und oft auch in der Originalfassung zu sehen, aber das ist noch lange nicht alles.

Schon ein Jahr nach der Gründung wurde der erste Kurzfilm „Kriminaltango“ vom aka produziert, vielleicht das erste Musikvideo aller Zeiten, viele weitere Filme sollten folgen, unter anderem auch der einzige Langfilm „Eingesperrt – Ausgesperrt“, der 1971-1973 produziert wurde.

Die meisten der erhaltenen Eigenproduktionen wurden nun auf der zum Jubiläum erscheinenden DVD „aka-Filmclub – 50 Jahre studentisches Filmschaffen in Freiburg“ zusammengetragen. Ein Fest für alle Filminteressierten, denn zum einen spiegeln die Filme nicht nur den Zeitgeist vergangener Jahrzehnte und des studentischen Lebens in Freiburg wider, sondern zeigen auch die Entwicklung der Filmtechnik vom 16mm Film über Super8 bis hin zur digitalen Videokamera. Und wer sich zudem noch intensiver mit der aka-Historie beschäftigen will, der wird im Datenteil jede Menge Materialien dazu finden, sämtliche Programmhefte, Plakate, Zeitungsartikel, eine Magister-Arbeit über Off-Kinos von Svenja Alsmann, eine aka-Chronik und vieles mehr.

Bleibt zu hoffen, dass sich auch in den kommenden Jahren genügend filmbegeisterte Studenten finden um die Arbeit des aka-Filmclubs angemessen fortzuführen! Das vollständige Wintersemester-Programm wird pünktlich zum Semesterbeginn bekannt gegeben.

Mehr dazu:

aka Filmclub: Website