Handyparken auch in Freiburg?

Johanna Schoener

Mit dem Handy nur telefonieren war gestern. Heute ist es Digitalkamera und MP-3 Player und morgen ersetzt es vielleicht den Parkschein. In einigen Städten gibt es das System des Handyparkens bereits, in Freiburg ist das letzte Wort darüber noch nicht gesprochen.Parken mit Mobiltelefon funktioniert in etwa so: einmalige Registrierung beim Parkanbieter im Internet, parken, Standort je nach System telefonisch oder per SMS durchgeben und beim Ausparken das gleiche Spiel. Vorteil für die Parker: keine Suche nach dem Parkscheinautomat, keine Knöllchengefahr, wenn der Arzttermin länger dauert und minutengenaue Abrechnung der Parkzeit. Registrierung und Parkmeldung sind in der Mehrzahl der Städte kostenlos, zumindest vorerst. In Wiesbaden zum Beispiel muss man seit Anfang Juli pro Parkvorgang eine Servicepauschale von zehn Cent berappen. Das Problem beim Handyparken sind ein unübersichtlicher Anbietermarkt und uneinheitliche Systeme. Noch endet das jeweilige Parksystem mit der Stadtgrenze. Die Stadt Freiburg hat sich aus diesen Gründen bislang dagegen entschieden. Vor einem Jahr wurde das Thema zwar diskutiert, der Stadt war das System aber zu aufwendig. “Es gibt auch noch nicht genug Erfahrungen aus anderen Städten”, sagt die städtische Pressesprecherin Petra Zinthäfner. Von der Idee sei man dennoch angetan gewesen und das letzte Wort sei darüber noch nicht gesprochen. Neustadt an der Weinstraße ist, mit nur 53.000 Einwohnern, eine der kleinsten Städte, in denen das Handyparken erprobt wird. Seit dem 5. April läuft das Pilotprojekt, rund 850 Nutzer haben circa 4.500 Parkvorgänge via Handy vollzogen. Für die Kunden gibt es keinerlei Zusatzkosten, der Stadt entgehen Einnahmen, weil die Betreiberfirma Parkmobileeinen Anteil an den Parkgebühren “im niedrigen zweistellige Prozentbereich” erhält, so Andreas Günther, Pressesprecher der Stadtverwaltung. Trotz positivem Fazit nach drei Monaten Handyparken meint er: “Richtig gut wäre das System, wenn mehr Kompatibilität hergestellt würde.”Diesen Prozess möchte die Projektgruppe D 21 vorantreiben. Anhand ihres Katalogs von Qualitätskriterien für Handypark-Betreiber soll die deutsche Telematikgesellschaft TelematicsPro e.V. ein Zertifizierungsverfahren durchführen, dem sich Betreiberfirmen freiwillig unterziehen können. Es geht auch darum, die Existenz von Monopolen zu verhindern. Wohin so etwas führen kann, zeige das Beispiel Duisburg, sagt Michael Sandrock, Vorsitzender der TelematicsPro e.V.: “Jeder Nutzer muss 0,46 Euro pro Vorgang an den Anbieter über die Parkgebühren hinaus entrichten.” Da bleibt man doch lieber beim Parkschein, wo einem auch keine leeren Handyakkus in die Quere kommen können.